OFFENER RAUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE POSITIONEN

Die Kunstzone in der Lokremise ist ein einzigartiger Raum für zeitgenössische Kunstausstellungen in industrieller Atmosphäre. Das Kunstmuseum St.Gallen zeigt hier raumgreifende, prozesshafte und spartenübergreifende Kunst.

Schon gewusst?
Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag
13:00 – 20:00 Uhr

Sonntag
11:00 – 18:00 Uhr

Von November bis Januar sind jeweils keine Ausstellungen in der Kunstzone der Lokremise.

Führungen

Private Gruppen:
  • Dienstag bis Freitag (max. 25 Personen) CHF 180.- 
  • Samstag und Sonntag (max. 25 Personen) CHF 220.-
  • Private Gruppen: Für Führungen ausserhalb der Öffnungszeiten erstellen wir gerne ein individuelles Angebot.
  • Auf Anfrage bieten wir Führungen für Schulen an



Programm
Delcy Morelos – Las formas de la sombra

21. März bis 12. Juli 2026


Die kolumbianische Künstlerin Delcy Morelos verwandelt die Lokremise in einen Ort, den man nicht nur betrachtet, sondern mit allen Sinnen erlebt: eine raumgreifende, vergängliche Installation aus recycelter Erde, gebrauchtem Holz und Duftessenzen. Mit wenigen Materialien und einer nahezu schwarzen, monochromen Farbigkeit schafft sie ein intensives Environment, in dem Sehen, Riechen und Bewegen zu gleichwertigen Formen der Wahrnehmung zusammenwirken. Aus einer Weltanschauung der Andenregion heraus – und im Dialog mit Minimal Art und Konzeptkunst – entwickelt sie eine eigenständige Sprache zwischen Zeichnung, Malerei, Skulptur und Installation.

Hinweis
Bitte beachten Sie, dass der Ausstellungsraum in der Lokremise auf 50 Besucher*innen begrenzt ist. Die Besichtigung erfolgt in Zeitfenstern. Am InfoPoint erhalten Sie einen Eintrittskleber mit Ihrem zugewiesenen Zeitfenster.

Freier Eintritt während der ganzen Ausstellungsdauer
Bildunterschrift: Delcy Morelos, Las formas de la sombra, 2026, LOK by Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler
Pop-Up Store kuratiert von Andrea Roca
In der neuen Ausgabe des LOK Pop-up-Stores treffen Kunst, Design und Konsumkultur direkt aufeinander. Die von Andrea Roca* eingeladenen Künstler*innen und Designer*innen bewegen sich bewusst zwischen den Disziplinen und hinterfragen deren Grenzen.

Einige der Künstler*innen arbeiten mit Merchandise, Editionen oder Produkten, Designer*innen wiederum greifen künstlerische Ideen und Strategien auf. Bereits in den 1960er-Jahren versuchten die Fluxus-Künstler*innen, Kunst einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Heute zeigt sich dieser Gedanke in neuer Gestalt: Kunst nutzt die Sprache von Mode, Werbung und Alltagsgegenständen, während gestaltete Objekte des Alltags selbstbewusst als eigenständige Werke auftreten. Die beteiligten Kreativen greifen zudem zentrale Themen der Gegenwart auf, etwa Body- und Identity-Positivity oder die neue Wertschätzung handwerklicher Praktiken. Der Pop-up-Store wird so zum Experimentierfeld. Hier stellen sich Fragen wie: Wer ist Urheber*in eines Werks? Welchen Wert hat es? Wie oft darf oder soll es reproduziert werden? Und wem ist es zugänglich?

Andrea Roca ist Designerin, Vermittlerin und Mitbegründerin verschiedener Projekte an der Schnittstelle von Kreativität und Verkäuflichkeit. Als Geschäftsleiterin des Vereins MAISON SHIFT engagiert sie sich für nachhaltige Schweizer Mode, und zudem betreibt sie ein eigenes Naturkosmetiklabel, The wrong wrong.

Pop-Up Store kuratiert von Andrea Roca
21. März bis 30. November 2026, Lokremise (Sommerpause 13. Juli bis 21. August 2026) 
Koenraad Dedobbeleer
Appealed to a Good Portion of the Masses That Were Disdained by It, 2012

Inmitten der grau-braunen Kulisse befindet sich ein grüner Kontrastpunkt – erhoben durch einen zylinderförmigen, ebenfalls grauen Sockel. Dieser zur Kugel geschnittener Buchsbaum, gepflanzt in einem Betonelement, wirkt wie ein Fremdkörper in seinem ruralen Umfeld. Koenraad Dedobbeleer zeigte das Werk erstmals 2012 im Eingangsbereich seiner gleichnamigen Ausstellung «Appealed to A Good Portion of the Masses That Were Disdained by It». Mit seinem Werk spielt Dedobbeleer mit kulturellen Gegensätzen von Natur und Kultur – und verdichtet diese zu einer visuellen Metapher.

Koenraad Dedobbeleers Schaffen war in der schweizweit ersten Einzelausstellung «Boredom won’t starve as long as I feed it» 2012 in der LOK zu sehen.
John M Armleder
Spieglein, Spieglein in der LOK: Die Bar von John M Armleder

Rhizostomeae – so lautet der wissenschaftliche Name der Wurzelmundquallen, deren Form die 40 verspiegelten Halbkugeln in der LOK nachempfunden sind und die für unverwechselbare Spiegelungseffekte sorgen. Die Installation des Schweizer Konzeptkünstlers John Armleder (*1948) wurde 2010 im Restaurant installiert, anlässlich der Eröffnung des Kulturzentrums und der ersten Ausstellung in der LOK.

Ganz nach dem Titel der damaligen Ausstellung gilt auch zehn Jahre später: John M Armleder leuchtet ein. Zum Einzug der neuen Gastronomie «Brasserie chez LOK» ergänzte der Künstler sein Werk 2021 um einen weiteren Baustein: eine Spiegel-Bar, die die Gäste im Eingangsbereich empfängt. Armleder greift dabei die seinem Werk innewohnenden Konzepte von Licht und Spiegelung wieder auf.

Die kreisrunde Bar reflektiert nahezu komplett den Raum, teils durch Spiegelblech, teils durch geschliffenen Chromstahl. Darüber schweben, in futuristischer Manier, mehrere Ringe in der Höhe, Richtung Decke der LOK – in warmweissem Neon-Licht erhellen sie den Bar-Bereich. An der Decke hängend setzt Armleder einen Spiegel ein, in dem sowohl die Bar-Gäste als auch die Licht-Ringe reflektiert werden – es entsteht eine scheinbar unendliche Erweiterung der kreisrunden Neon-Röhren gen «Himmel».
Christoph Büchel - The House of Friction
Geschlossen: Die Installation von Christoph Büchel ist bis auf Weiteres geschlossen. Der Kanton St.Gallen hat als Eigentümer von Wasserturm und Kunstwerk gravierende bauliche Mängel festgestellt und die sofortige Schliessung veranlasst. Das Kunstmuseum St.Gallen bedauert die vorübergehende Stilllegung dieses bedeutenden Kunstwerks und hofft auf eine baldige Wiedereröffnung.

Christoph Büchel (*Basel 1966) realisierte 2002 eine seiner eindrucksvollen begehbaren Raumskulpturen im ehemaligen Wasserturm der Lokremise St.Gallen. Das Werk entstand im Zusammenhang mit der damaligen Wechselausstellung The House of Friction mit Werken aus der Sammlung Hauser & Wirth. Der Wasserturm selbst wurde 1906 nach Plänen von Robert Maillard gebaut und ist einer der Pionierbauten des Eisenbetonbaus in der Schweiz.

Nach dem Erwerb der Arbeit durch den Kanton St.Gallen setzte Christoph Büchel seine Installation The House of Friction (Pumpwerk Heimat) im Frühjahr und Sommer 2013 wieder instand und erweiterte sie grundlegend. Die Besuchenden sollen seine Arbeit unvoreingenommen und direkt erfahren, weshalb keine Beschreibung vorab abgegeben wird. Die Besucherinnen und Besucher generieren ihre eigene Geschichte beim Erkunden der Installation.

«Die Arbeit ist sozusagen selbst eine textproduzierende Maschine, ein bedeutungsgenerierendes Pumpwerk durch das der Besucher fliesst.» – Christoph Büchel

Büchels Installationen, angesiedelt zwischen realer physischer Erfahrung und Erinnerungsbild, sind meistens nur temporär während Wechselausstellungen präsent. Diese Installation ist eine der wenigen permanent zugänglichen und bildet für die Besuchenden oft einen physisch und psychologisch herausfordernden Parcours.
Kurzvorträge in der Ausstellung

Die Erde sprechen lassen – Werkstatt Wissen in der Ausstellung: 


Anlässlich der Ausstellung von Delcy Morelos kommen in einem Vortrag drei unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Erde zusammen. Es sprechen:

  • Peter Fux, Direktor Kulturmuseum St.Gallen
  • Nora Hauswirth, Kulturkultiviererin Tera Kuno
  • Jessica Abt, Fachspezialistin Bodenschutz, Kanton St.Gallen

Nach den Kurzvorträgen diskutieren Sie die verschiedenen Aspekte gemeinsam in Gruppen – so inspirierend und lebendig kann ein Ausstellungsbesuch sein!

Beschränkte Platzzahl, freier Eintritt

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