Un poeta

In Medellín schöpft ein gescheiterter Dichter, der bei seiner Mutter lebt, dank einer talentierten Schülerin neue Hoffnung und wird zu ihrem Mentor. Aber darf er sie in eine Welt einführen, die ihn so enttäuscht hat? Die so warmherzige wie scharfzüngige Tragikomödie erzählt von Ehrgeiz, Scheitern und der Bedeutung von Kunst und entpuppte sich als Festivalüberraschungshit.

Óscars Besessenheit von der Poesie hat ihm keinen Ruhm eingebracht. Er ist zum lebenden Klischee des erfolglosen Dichters geworden: Nach der Scheidung lebt der mittellose Mittfünfziger wieder bei seiner Mutter und schleppt sich mit Alkohol und Selbstmitleid durch die Tage. Seine Tochter will mit ihm wenig zu tun haben. Als er widerwillig einen Lehrerjob annimmt, entdeckt er das aussergewöhnliche Talent einer Schülerin, deren Gedichte ihn tief berühren. In der Förderung der jungen Frau aus einfachsten Verhältnissen sieht Óscar seine vielleicht letzte Chance, der Poesie – und seinem eigenen Leben – noch einmal Bedeutung zu verleihen … Mit feinem Gespür für die Tragikomik des Scheiterns gelingt Simón Mesa Soto ein so humorvolles wie scharfzüngiges Charakterporträt und eine kluge Reflexion über Kunst, Anerkennung und soziale Herkunft. «Mit ‹Un poeta› habe er seine eigenen Fehler, Zweifel und Widersprüche porträtieren wollen, erklärt Mesa Soto. Für ihn, der selbst im Nebenberuf unterrichtet, sei der auf körnigem 16mm-Material gedrehte und damit auf charmante Weise unperfekt wirkende Film sein ‹persönlicher Exorzismus›. (...) Sein zutiefst humaner Film, der auch von der Schwierigkeit kreativer Arbeit in der kolumbianischen Klassengesellschaft erzählt, ist ein einziges berührendes und beglückendes Langgedicht», schwärmt Katrin Hillgruber auf artechock.

 

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Fr 25 09 26 / 18:50
Mo 28 09 26 / 18:00
Reservation