The New Female Gaze: The Chronology of Water

Kristen Stewarts kühnes Regiedebüt nach Lidia Yuknavitchs autobiografischem Kultbuch erzählt die von Gewalt, Zweifeln und Selbstzerstörung geprägte Lebensgeschichte der einstigen Schwimmerin und Olympiahoffnung. Der furiose Trip mit der intensiv agierenden Imogen Poots erzählt eigenwillig, bruchstückhaft und einfühlsam von Missbrauch, Sucht und Kindstod.

Lidia wächst in einem von Gewalt und Alkohol geprägten Elternhaus im Oregon der 1970er-Jahre auf. Ein College-Stipendium ermöglicht der talentierten Schwimmerin die Flucht. Doch das Trauma des Missbrauchs lässt sie auch in der neuen Freiheit nicht los; sie verliert sich in Drogen und toxischen Beziehungen. Erst über die Literatur und vor allem durch das Schreiben findet sie schliesslich zu sich selbst. Kristen Stewarts beeindruckendes Regiedebüt «The Chronology of Water» ist eine kongeniale Adaption des 2011 erschienenen Memoirs der amerikanischen Autorin Lidia Yuknavitch, das in den USA zum queeren Kultbuch avancierte. Acht Jahre lang kämpfte Stewart, die als vehemente Kritikerin des männerdominierten Hollywood-Systems kein Blatt vor den Mund nimmt, für die Realisierung ihres Films, der 2025 in Cannes Weltpremiere feierte. Valerie Dirk schreibt in Der Standard: «Sowohl inhaltlich als auch formal-ästhetisch ist der Film ein Ereignis: ein hypnotisches, aus Analogfilm geflochtenes Gewebe, fast schon ein Experimentalfilm, dem es dennoch gelingt, klare Erzählfäden zu finden. Zusammengehalten wird das durch die Hauptdarstellerin Imogen Poots, die eine unbändige körperliche Kraft auf die Leinwand wirft. Ihr möchte man folgen, vom blutigen Fliesenboden, ins Schwimmbecken, durch den Rausch, bis hin in die instabile Stabilität.»

 

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So 13 09 26 / 17:15
Mi 23 09 26 / 20:30
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