Zwischen zwei Dörfern in der berückenden Landschaft Ostanatoliens flammt eine alte Fehde um Land und Macht neu auf, als ein verbannter Clan zurückkehrt. Emin Alpers vielschichtiger Thriller zeigt, wie Populismus Gemeinschaften radikalisiert, und warnt vor der «Rhetorik des starken Mannes». Gewinner Silberner Bär Berlinale 2026.
Zwei ostanatolische Dorfgemeinschaften sind durch eine alte Fehde zweier rivalisierender Clans um Macht und Land tief gespalten. Die Hazeran bewohnen das obere Dorf, während die Bezari einst im Tal lebten, bevor sie ins Exil getrieben wurden. Mit der Rückkehr der Bezari flammt der Konflikt neu auf. Während Scheich Ferit, das Oberhaupt der Hazeran, für Koexistenz plädiert, stellt sein Bruder Mesut, der von unheimlichen Visionen heimgesucht wird, dessen Führungsrolle immer mehr infrage. Mesut deutet seine Albträume als göttliche Zeichen und beginnt, die Dorfgemeinschaft gegen die Rückkehrer:innen aufzuhetzen. Mit «Salvation» schafft der preisgekrönte türkische Regisseur und studierte Historiker Emin Alper eine packende politische Allegorie, die ebenso Thriller wie Parabel ist, eingebettet in visuell atemraubende Schauplätze zwischen weiten Berglandschaften von epischer Schönheit und dem labyrinthischen Dorf der Hazeran. Das vielschichtige Werk – ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären in Berlin – entlarvt schonungslos, wie Fake News, populistische Rhetorik und religiöser Fanatismus eine Gesellschaft radikalisieren können. Simon Eberhard schreibt auf Outnow: «Ein eindrückliches und leider unangenehm aktuelles Zeugnis dessen, was passieren kann, wenn wir uns von Rationalität und Besonnenheit verabschieden.»
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