Jirō Horikoshi träumt schon als Junge vom Fliegen und will Pilot werden. Doch wegen seiner Kurzsichtigkeit macht er stattdessen Karriere als Flugzeugingenieur. Mit eindrücklichen Bildern von der Leichtigkeit des Fliegens, Krieg und Erdbeben verknüpft Hayao Miyazaki die Geschichte Japans in den 1920er- und 1930er-Jahren mit einer tragischen Liebesgeschichte.
Miyazaki war schon immer von Flugzeugen fasziniert. In seinen Filmen entschwebt er immer wieder in die Luft. So scheint es nur folgerichtig, dass sein erster von realen Ereignissen inspirierter Animationsfilm von der Luftfahrt handelt. In «The Wind Rises» erzählt er die Geschichte des Flugzeugingenieurs Jirō Horikoshi (1903–1982), eines introvertierten Visionärs, der von seiner Liebe zum Fliegen getrieben ist. Da er wegen einer Sehschwäche nicht Pilot werden konnte, wurde er Konstrukteur. Er entwickelte den Mitsubishi A6M Zero Fighter, der während des Zweiten Weltkriegs einige Jahre als weltbestes Kampfflugzeug galt und mit Pearl Harbor traurige Berühmtheit erlangte. Dass Miyazaki sich dieser umstrittenen Figur annahm, schlug in Japan grosse Wellen. Rechte Nationalisten bezeichneten Miyazaki als Verräter, da er nur die Sinnlosigkeit des Krieges aufzeige; die Linke hingegen kritisierte den Film als kriegsverherrlichend. Der melancholische Erzählton äussert sich auch in der (erfundenen) Liebesgeschichte zwischen Jirō und Naoko, die sich erstmals während des Kantō-Erdbebens 1923 in Tokio begegnen. Ihre Liebe steht im Zeichen eines todgeweihten Zeitalters, das sich später in den Kriegskatastrophen von Nagasaki und Hiroshima fortsetzen wird. «Ein sehr einfühlsames Bild von Japans Gesellschaft vor dem Zweiten Weltkrieg», befand Till Brockmann in der NZZ.
...