Philosophie im Kino: Nineteen Eighty-Four

Tag für Tag biegt Winston Smith auf dem «Ministerium für Wahrheit» Zeitungsartikel im Sinne der Partei zurecht. Michael Radfords düstere Leinwandadaption mit John Hurt und Richard Burton erhält dank der aktuellen Enthemmung gegenüber «Fake News» eine neue Dringlichkeit. Radfords Adaption gilt als überzeugendste Verfilmung von George Orwells epochalem Roman.

Im totalitären Staat Ozeanien arbeitet der Angestellte Winston Smith für das Ministerium für Wahrheit. Seine Aufgabe ist es, Nachrichten und Informationen nach den Vorgaben der Regierenden zu Gunsten der Partei zu korrigieren. Die Partei, geleitet vom Grossen Bruder, um den ein allgegenwärtiger Personenkult betrieben wird, überwacht alle Bürger:innen mit einem dichten Netz an Kameras und Mikrofonen, um jeglichen Widerstrand gegenüber der Partei aufzudecken. Winston beginnt am System zu zweifeln und führt heimlich ein Tagebuch. Sein Leben nimmt eine verhängnisvolle Wendung, als er eine verbotene Liebesaffäre beginnt. George Orwells Klassiker «Nineteen Eighty-Four» zählt zu den herausragendsten Beispielen der dystopischen Literatur und ist noch immer eines der meistgelesenen Bücher. Es geht darin auch um die Bedeutung von Wahrheit, die Rolle von Nachrichten und wie diese manipuliert werden können. Im «Orwell-Jahr» 1984 kam eine alptraumhafte Neuverfilmung unter der Regie von Michael Radford in die Kinos, die für ihre Treue gegenüber der Vorlage gelobt wurde und «Orwells beklemmende politische Vision inhaltlich und optisch überzeugend umsetzt» (Jörg Helbig, Geschichte des Britischen Films). Richard Burton, der kurz nach Abschluss der Dreharbeiten starb, glänzt mit einer grossartigen schauspielerischen Leistung als Parteifunktionär.

 

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Mi 04 03 26 / 19:30
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