Open Air in der Lokremise: Vom kleinen Glück: Living

Es ist nie zu spät, Gutes zu tun: Als beim Beamten Williams Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, will er seine verbleibende Zeit mit Sinnstiftendem füllen und etwas Bleibendes hinterlassen. Das gefühlvolle Akira-Kurosawa-Remake mit einem grossartigen Bill Nighy verbindet Gesellschaftskritik mit einem anrührenden, humanistischen Melodram.

London, 1953: Der verwitwete Rodney Williams führt ein freudloses, von Routinen bestimmtes Leben. Als wortkarger leitender Beamter in der Abteilung für öffentliche Bauaufträge hat er sich über Jahrzehnte in die bürokratischen Mühlen einer trägen städtischen Verwaltung eingefügt. Als ihm sein Arzt Krebs im Endstadium diagnostiziert, verschweigt er die erschütternde Nachricht seinem Sohn und dessen Frau. Doch in ihm wächst das Gefühl, sein Leben verpasst zu haben und nichts hinterlassen zu können. Er weicht von seinen Routinen ab, bleibt der Arbeit fern und knüpft freundschaftliche Bande zu einer jungen Mitarbeiterin. Durch diese inspiriert, fasst Williams den Entschluss, ein Projekt aus dem Berg unbearbeiteter Anträge zu verwirklichen. Regisseur Oliver Hermanus inszenierte ein kongeniales Remake des humanistischen Meisterwerks «Ikiru» (1952) von Akira Kurosawa. Das berührende Drehbuch, das wie der grossartige Hauptdarsteller Bill Nighy für einen Oscar nominiert war, stammt vom Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro. «Ein leiser, wehmütiger Film, der nie in Kitsch oder Nostalgie verfällt, aber durch seine genaue Charakter- und Milieuschilderung eine verflossene Epoche skizziert», heisst es im Filmdienst. Und Sight and Sound lobt: «‹Living› ist das seltene Beispiel für ein Remake eines Meisterwerks, das mit dem Original mithalten kann.»

 

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Do 30 07 26 / 21:45
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