Open Air in der Lokremise: Vom kleinen Glück: Jour de fête

Briefträger François stellt in seinem Dorf Geschwindigkeitsrekorde auf, nachdem er einen Film über die amerikanische Post gesehen hat. Jacques Tatis umwerfende Liebeserklärung an französische Provinzgemütlichkeit ist voller amüsanter Beobachtungen und wilder Gags. Mit seinem Debüt ist dem französischen Komiker ein skurril-poetisches Meisterwerk gelungen.

In dem idyllischen Dörfchen Sainte-Sévère-sur-Indre sind die Vorbereitungen für das jährliche Schützenfest in vollem Gange. Der schlaksige Briefträger François ist die Hilfsbereitschaft in Person, stiftet aber vor allem Chaos und Verwirrung. Als er im Kino eine Wochenschau über die Geschwindigkeit der amerikanischen Post sieht, gerät er in helle Aufregung. Überzeugt, dass die Französ:innen den Amerikaner:innen in nichts nachstehen, holt er fortan das Letzte aus seinem klapprigen Velo heraus. Mit wilder Fantasie und Akrobatik gelingt es ihm, die Effizienz der Zustellung erheblich zu steigern … «Jour de fête» ist eine liebevoll gezeichnete Dorfchronik voller amüsanter Beobachtungen und wilder Gags, mit der Jacques Tati ein erstes skurril-poetisches Meisterwerk gelungen ist. Obwohl sein Werk nur fünf Kinofilme und einen Fernsehfilm umfasst, zählt er neben Buster Keaton und Charlie Chaplin zu den grossen Komödiant:innen der Filmgeschichte. Wie bei Keaton und Chaplin resultiert auch seine Komik aus einer erstaunlichen Körperbeherrschung. Mit «Jour de fête» wollte Tati den ersten französischen Farbfilm realisieren. Da das Labor keine Farbkopien ziehen konnte, fertigte er in den 1960er-Jahren eine handkolorierte Version an. «Was für ein Film, bei dem allein das Fahrradfahren des Hauptdarstellers zum Ereignis wird!», schreibt Die Welt.

 

...
Do 09 07 26 / 21:45
Reservation