Gut gelaunt meistert die junge Londoner Primarlehrerin Poppy ihren Alltag. Mit ihrem fröhlichen Naturell eckt sie jedoch bei ihrer misslaunigen Umwelt oft an, und ihr Dauerflirt mit dem Leben führt sie in die abstrusesten Situationen. Eine umwerfende Sally Hawkins brilliert in Mike Leighs herzerfrischender, lebensbejahender Komödie.
Die junge Londoner Primarlehrerin Poppy ist eine sprichwörtliche Frohnatur. Ihr fideles Temperament, unterstrichen von grellbunten Outfits, geht so weit, dass man sich zunächst fragt, ob sie einfach entwaffnend gutherzig ist oder ein schlichtes Gemüt hat. Dass Ersteres zutrifft und sie zudem über gesunden Pragmatismus verfügt, wird schnell klar. Spätestens, als sie beschliesst, Autofahren zu lernen, nachdem ihr geliebtes Velo gestohlen wurde. Ihr Fahrlehrer erweist sich jedoch als ein übellauniger Choleriker und Rassist. Als er wieder einmal die Geduld mit seiner dauerfröhlichen Fahrschülerin verliert und sie anbrüllt, bevor der Motor überhaupt läuft, fragt Poppy ihn nur ganz unschuldig: «Are you a Nazi?» Szenen solcher Kinokomik durchziehen den für den grossen Sozialdramatiker Mike Leigh untypischen Film und machen ihn, getragen von einer grandiosen Sally Hawkins, zum reinen Vergnügen. Florian Keller schrieb damals im Tages-Anzeiger: «Das ist sagenhaft aufgekratztes Feelgood-Kino, aber naiv ist das keineswegs. Der Film hat seine dunklen Stellen: Er stellt auf wunderbar beiläufige Weise die grosse Frage nach dem Glück – und Poppy, die sich immer wieder anhören muss, sie solle endlich erwachsen werden, packt die Probleme an, wo es welche gibt.» Und die taz schwärmte: «Mike Leigh ist ein wunderbares Stück Kino gelungen.»
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