Open Air in der Lokremise: Vom kleinen Glück: Fremont

Donya arbeitet in einer Glückskeksfabrik in Fremont. Ihr eintöniges Leben nimmt eine Wendung, als sie zur Verfasserin der Botschaften aufsteigt. Babak Jalalis warmherzige und von schrägem Humor geprägte Geschichte einer jungen afghanischen Einwanderin in Kalifornien ist ein beglückendes kleines Filmjuwel.

Die junge Afghanin Donya konnte nach der Machtübernahme der Taliban nach Kalifornien fliehen und arbeitet in Fremont in einer Glückskeksfabrik. Ihr Alltag ist von Einsamkeit geprägt; sie fühlt sich schuldig, weil sie ihre Familie in Afghanistan zurücklassen musste. Meist isst sie allein in einem kleinen Restaurant und versucht, sich mit Seifenopern zu betäuben. Wegen ihrer Schlafstörungen geht sie wöchentlich zu einem Psychologen. Ihr eintöniges Leben wird durchbrochen, als ihr freundlicher Chef, ein chinesischer Einwanderer der zweiten Generation, sie zur Texterin von Glückskekssprüchen befördert. Während ihre Botschaften von wildfremden Menschen in der ganzen Bay Area gelesen werden, treibt Donyas schwelende Sehnsucht sie dazu, ihre ganz eigene Nachricht in die Welt hinauszusenden – um vielleicht die Liebe zu finden … In betörenden Schwarz-Weiss-Bildern zeichnet der in London lebende iranische Regisseur Babak Jalali das liebevolle Porträt einer jungen Frau, die von ihrer Vergangenheit verfolgt wird und versucht, einen Platz in einer ihr fremden Umgebung zu finden. Voll zärtlicher Melancholie, mit einem berückenden Blick für leicht verschrobene Charaktere und ebenso leisem wie schrägem Humor wurde «Fremont» bei seiner Weltpremiere 2023 am Sundance Film Festival mit den frühen Werken von Jim Jarmusch verglichen. Ein kleines Filmjuwel.

 

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Do 16 07 26 / 21:45
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