NAZA

Der preisgekrönte Dokumentarfilm, der das System hinter Israels gezielten Tötungen von palästinensischen Zivilist:innen im Gazastreifen enthüllt und der israelischen Armee schwere Verfehlungen vorwirft, erhielt in Venedig 25 Minuten Beifall. Die internationale Presse lobt ihn als einen der wichtigsten Filme unserer Zeit, während er in Israel heftige Debatten auslöst.

Drei Jahre lang haben die oscarprämierten Regisseur:innen Yuval Abraham und Rachel Szor («No Other Land») auf den Dächern von Tel Aviv mit Angehörigen der israelischen Armee und des Geheimdienstes anonymisierte Interviews geführt. Themen waren die Entscheidungsprozesse und Technologien hinter der Kriegsführung in Gaza, die für die hohen Opferzahlen unter der palästinensischen Bevölkerung verantwortlich sind. Der Filmtitel steht für das Kürzel, mit dem die Armee die Zahl der zivilen Opfer angibt, die bei einem israelischen Angriff einkalkuliert wird. Aus Sicherheitsbedenken hatte das Festival von Venedig erst neun Tage vor Beginn bekannt gegeben, dass «NAZA» im Hauptwettbewerb zu sehen sein wird. Nach seiner Uraufführung am 10. September wurde der Film vom Publikum mit einer 25-minütigen Standing Ovation gefeiert – ein neuer Rekord. «NAZA» gewann den Spezialpreis der Jury, die Kritiken sind durchgehend hervorragend. The New Yorker nennt ihn «einen der wichtigsten Filme unserer Zeit», Indie Wire «einen essenziellen Film, der dich bis ins Mark erschüttern wird», Der Standard schreibt: «Der (…) Film ist zwingend. Nicht nur aufgrund seines brisanten Inhalts, auch formal weiss er zu überzeugen.» Mittlerweile hat der israelische Kulturminister angedroht, den Regisseur:innen die Staatsbürgerschaft wegen angeblichen Landesverrats zu entziehen; die Armee prüft rechtliche Schritte.

 

...
Mi 07 10 26 / 18:00
So 11 10 26 / 13:20
Sa 17 10 26 / 16:45
Fr 30 10 26 / 17:40
Reservation