Der Kultur-Clash zwischen einem Schweizer Bergdorf und einem indischen Guru, der durch die Beatles bekannt wurde. Die Ankunft von Maharishi Mahesh Yogi sorgte im katholischen Bauerndorf Seelisberg in den 1970er-Jahren für rote Köpfe. Felice Zenoni ergründet in seinem mit spannendem Archivmaterial aufwartenden Film den Konflikt zwischen Tradition und Zeitgeist.
Hoch über dem Urnersee, nahe beim Rütli, liegt das idyllische Seelisberg. 1972 nahm der indische Guru Maharishi Mahesh Yogi (1918–2008) das Dorf samt zwei geschichtsträchtigen Grandhotels für sich und seine als Sekte verschriene Bewegung in Beschlag. Die Einheimischen liefen Sturm und baten sogar den Bundesrat um Hilfe gegen die «feindliche Invasion». Vergeblich. Seelisberg wurde zum Hauptquartier der Transzendentalen Meditationsbewegung (TM), die durch prominente Anhänger:innen wie die Beatles weltweit bekannt wurde. Bald sprach die ganze Schweiz von Seelisberg als dem «Dorf der fliegenden Yogis». In sieben Kapiteln rollt der Film das Geschehen auf, präsentiert seltenes Archivmaterial und zahlreiche Zeitzeug:innen – darunter eine Gemeindepräsidentin, Sektenexperten sowie Exponent:innen aus dem innersten Zirkel der TM. Regisseur Felice Zenoni wurde mit Werken wie «Fedier – Urner Farbenvirtuose» oder «Danioth – der Teufelsmaler» zu Uris filmischem Chronisten. Mit «Namaste Seelisberg», in dem er die heute weitgehend vergessene Geschichte eines Culture Clashs im Herzen der Schweiz erzählt, schlägt er einen Bogen zur Gegenwart: «Maharishi musste ständig mit neuen Ideen und Aktionen Aufmerksamkeit erregen, um seine Anhänger bei Laune zu halten. Da lassen sich Parallelen zu heutigen Influencern, Welterklärern und Netz-Coaches ziehen.»
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