Lydia – Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus

Als Lydia Welti-Escher, Tochter des Zürcher Wirtschaftsführers Alfred Escher, mit dem Künstler Karl Stauffer-Bern in Rom ein neues Leben beginnen möchte, weist ihr Ehemann, Bundesratssohn Friedrich Emil Welti, sie in eine psychiatrische Klinik ein. Der Film basiert auf Protokollen von Lydia Weltis römischen Ärzten aus dem Jahr 1890 und erzählt eine ungeheuerliche Geschichte.

Der Dokumentarfilm rollt den heute noch empörenden Fall von Lydia Welti-Escher auf, Tochter des Eisenbahnpioniers, Unternehmers und Politikers Alfred Escher. Als sie ihren Ehemann, Bundesratssohn Friedrich Emil Welti, verlassen wollte, um mit dem bildenden Künstler Karl Stauffer-Bern ein neues Leben zu beginnen, wurde sie von ihrem Gatten in ein Irrenhaus in Rom eingewiesen. Bundesrat Welti machte seinen ganzen Einfluss geltend, um die Familienehre zu wahren und sich Lydia Weltis grosses Vermögen zu sichern. Stefan Jungs mit eleganter Zurückhaltung in Szene gesetztes Kinodebüt basiert auf den sechs Gesprächen, die zwei Ärzte mit Lydia Welti in der Klinik führten. So erfahren die Zuschauer:innen die Geschehnisse ganz aus ihrer Sicht. Ihre Stimme wird durch drei Expert:innen ergänzt – darunter die renommierte Historikerin Caroline Arni, die die rigiden Ehr- und Moralvorstellungen der damaligen Zeit kontextualisiert und Lydia Weltis Verhalten einfühlsam kommentiert. Umrahmt von betörenden Bildern alter italienischer Palazzi, Kliniken und Gärten, entsteht das bewegende Porträt einer klugen und aufrichtigen Frau, deren Kampf um ein selbstbestimmtes Leben mit aller Macht verhindert wurde. Dass sie eine der vermögendsten und einflussreichsten Frauen der Schweiz war, war ihr keinerlei Hilfe.

 

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So 22 02 26 / 15:30
Do 26 02 26 / 16:40
Reservation