Am Ende seiner Amtszeit muss der italienische Präsident Mariano De Santis über eine schwierige Gesetzgebung und zwei Begnadigungsanträge entscheiden. Er reflektiert über den Wert des Lebens, den Sinn von Vergebung und die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Mitgefühl. Paolo Sorrentino findet in seinem neuen Werk mit Toni Servillo zu alter Meisterschaft zurück.
Mariano De Santis ist Präsident der Italienischen Republik. Der Witwer und gläubige Katholik lebt mit seiner Tochter Dorotea zusammen, die wie er Rechtswissenschaftlerin ist und ihm beratend zur Seite steht. In den letzten Monaten seiner Amtszeit sieht er sich mit drei schwerwiegenden moralischen Dilemmata konfrontiert: der Unterzeichnung eines Gesetzes über Sterbehilfe, das seine Tochter ausgearbeitet hat, und der Entscheidung über zwei heikle Gnadengesuche. Auf arttv ist zu lesen: «Paolo Sorrentino interessiert sich in ‹La grazia› weniger für institutionelle Macht als für deren innere Konsequenzen: für Zweifel, Einsamkeit und die Frage, was Gnade in einer Welt bedeutet, in der jede Entscheidung Folgen hat. Der Blick richtet sich nach innen – auf das Ringen eines Menschen, der Verantwortung trägt, ohne sich hinter dem Amt verstecken zu können.» Getragen wird «La grazia» vom grandiosen Toni Servillo, der hier erneut zum Alter Ego des Regisseurs wird und für seine herausragende Leistung 2025 bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet wurde. Peter Bradshaw schreibt in The Guardian: «Paolo Sorrentino hat zurückgefunden zu seiner eigenen Filmsprache, seinem trockenen Humor und seinem Gespür für surreale und aussergewöhnliche Settings. (…) ‹La grazia› ist ein stilvoller, gepflegter Film, nachdenklich und rätselhaft.»
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