Drei schwule Männer im Spanien des 20. und 21. Jahrhundert sind durch ihre Schicksale, ihre Sexualität, ihren Schmerz und das Erbe der Vergangenheit miteinander verbunden. Die Adaption eines unvollendeten Romans von Federico García Lorca wurde bei den Festivals von Cannes und Zürich als eine der grossen Entdeckungen dieses Jahres gefeiert.
Basierend auf dem unvollendeten, gleichnamigen Romanmanuskript von Federico García Lorca, der 1936 von Franco-Faschisten ermordet wurde, erzählt «Die schwarze Kugel», so der deutsche Titel, drei Geschichten schwuler Männer. In der ersten wird ein Sohn aus gutem Haus 1932 wegen seiner Neigungen nicht in einen Elite-Club aufgenommen, in der zweiten zwingen die Faschisten 1937 einen jungen Schwulen in die Armee und in der letzten wird ein schwuler Historiker 2017 durch ein spezielles Erbe seines faschistischen Grossvaters überrascht. Seit seiner Weltpremiere im Wettbewerb von Cannes, wo der Film den Regiepreis erhielt und vom Publikum mit 20 Minuten Standing Ovations gefeiert wurde, triumphiert «La bola negra» wie kaum je ein spanischer Film: Er erhielt den Publikumspreis in Toronto, Sydney, Telluride und San Sebastián, ist Spaniens Oscar-Kandidat 2027 und seit seinem Kinostart Ende September der erfolgreichste Film in Spanien seit Langem. Carlos Boyero schreibt in El País: «Ambrossi und Calvo bestätigen hier ihr brillantes Gespür für ein Kino, das vielfältigste Gefühle zu widerspiegeln versteht: Trauer, Verlangen, Leiden. Auch vermögen sie eine Atmosphäre zu erschaffen, in der Figuren, die es wegen ihrer Sexualität schwer hatten, so real und lebendig werden, dass man ihre Angst und Hilflosigkeit zu spüren glaubt.»
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