Iran – Zwischen Aufstand und Ohnmacht: The Salesman

Weil ihre Wohnung in Teheran einsturzgefährdet ist, müssen Emad und Rana umziehen. Eines Abends wird Rana im Badezimmer von einem Unbekannten überrascht … Asghar Farhadis meisterhaft kon¬struiertes Beziehungsdrama, in dem sich ein Paar in ein Geflecht aus Scham und Schuld verstrickt, liefert einen eindringlichen Einblick in den Alltag in einem repressiven Staat.

Rana und Emad müssen eine neue Wohnung suchen, da ihr Gebäude einsturzgefährdet ist. Sie finden Unterschlupf in einem Apartment, das einem Bekannten von Emad gehört. Dieser ist wie sie Mitglied einer Theatertruppe, die Arthur Millers Stück Tod eines Handlungsreisenden auf die Bühne bringen will – ein nicht ganz einfaches Unterfangen, da es Szenen enthält, an denen die Zensor:innen Anstoss nehmen. Als Rana eines Tages im Badezimmer der neuen Bleibe Opfer eines so brutalen wie rätselhaften Überfalls wird, tun sich bei allen Beteiligten Abgründe auf, von denen niemand zuvor etwas geahnt hätte. Ähnlich wie in seinem oscargekrönten Geniestreich «A Separation» (2011) seziert Asghar Farhadi mit messerscharfer Intelligenz die Beziehungswirren eines jungen Teheraner Paares aus der unteren Mittelschicht und lässt dabei jegliche Gewissheiten über die einzelnen Figuren konsequent ins Leere laufen. Allan Hunter schreibt in Screen International: «Farhadi erweist sich einmal mehr als ein grosser Meister im Aufbau von Spannung und dem Einsatz unterschiedlicher Erzählgeschwindigkeiten. Ganz langsam lässt er beunruhigende Elemente in seinen Film einfliessen und heizt dann heftig jenes schleichende Gefühl von Ohnmacht und Paranoia an, das entsteht, wenn man gewahr wird, dass man die Person, die man liebt, nie ganz kennt.» 

 

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So 03 05 26 / 17:20
Do 14 05 26 / 20:30
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