In neun Episoden erzählt das Regieduo Ali Asgari und Alireza Khatami von Iraner:innen, die in ihrem Alltag mit staatlicher Willkür, totalitärer Kontrolle und einer schikanösen Bürokratie konfrontiert sind. Der heimlich gedrehte Spielfilm ist scharfzüngig, von sarkastischem Witz und frecher Situationskomik.
Ein neuer Tag beginnt in der Millionenstadt Teheran. Die Häuser der Stadt schälen sich aus der Morgendämmerung, ein Muezzin ruft, ein Kind kommt zur Welt. Mit schneidendem Spott erzählt «Terrestrial Verses» von den Zumutungen, denen die Iraner:innen ausgesetzt sind. Denn der Staat redet überall mit: bei der Namenswahl für Neugeborene, in Modefragen oder bei Hundeentführungen. In neun Episoden führen die Regisseure Ali Asgari und Alireza Khatami Irans erstickenden Cocktail aus Religion, Macht und Bürokratie vor: Niemand entkommt dem langen Arm des Regimes, das die Menschen mit einem nebulösen Verhaltenskodex quält und deren Privatleben bis in kleinste Details kontrolliert. Vor der Kamera sind einzig die schikanierten Bürger:innen zu sehen – ein geschickter Schachzug. «Terrestrial Verses» wurde heimlich innert sieben Tagen gedreht. Lukas Hoffmann schreibt auf Kino-Zeit: «Was im Iran zum Alltag gehört, ist für die meisten Menschen im Westen unvorstellbar. Die Regisseure verarbeiten diesen bürokratischen Irrsinn als schwarzhumorige Sozialkritik, in der Witz und Wut in ständigem Wechselspiel stehen. Mit mehrdeutigen Formulierungen, Fangfragen und bürokratischem Irrsinn, der in seinen absurdesten Momenten an den ‹Passierschein A38› aus ‹Asterix erobert Rom› erinnert, werden die Betroffenen vor der Kamera schikaniert.»
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