Marjane ist zehn, als die Islamische Revolution 1979 die iranische Gesellschaft erschüttert. Während die Revolutionswächter den Kopftuchzwang durchsetzen, rebelliert sie mit Kim-Wilde-Kassetten und Nike-Turnschuhen … Der beeindruckende Animationsfilm nach Marjane Satrapis bahnbrechendem Comic erzählt mit viel Witz vom Alltag im Mullah-Regime.
Marjane wächst in einer linksintellektuellen Familie in Teheran auf. Sie ist acht Jahre alt, als der Schah gestürzt wird. Doch die Hoffnungen der Iraner:innen bewahrheiten sich nicht: Eine Diktatur wird durch eine andere ersetzt. Im Mullah-Regime ist Schluss mit Pommes frites und Coca-Cola, Nike-Schuhen und Bruce-Lee-Filmen, die als Symbole westlicher Dekadenz gebrandmarkt werden. Der lebenslustigen Marjane fällt es schwer, sich den absurden, frauenfeindlichen Regeln der Sittenwächter:innen zu beugen. Über die zunehmenden Repressionen beunruhigt, schicken die Eltern ihre 14-jährige Tochter nach Wien. Doch der Verlust von Familie und Heimat sowie erste Liebeswirren stürzen Marjane in tiefe Verzweiflung … Marjane Satrapis bahnbrechende, autobiografische Graphic Novel, eine Liebeserklärung an ihre Familie und die Menschen in ihrer Heimat, wurde zum Bestseller und revolutionierte das Genre. Mit Vincent Paronnaud ist ihr eine kongeniale Verfilmung geglückt. Marguerite Seidel schreibt auf Critic: «Obwohl in ‹Persepolis› die Brutalität des Iran-Irak-Kriegs und die Unterdrückung der Iraner unter Khomeini heftig angeklagt werden, ist ‹Persepolis› vor allem ein urkomischer Film. Während das anfangs der Schere zwischen kindlicher, vereinfachter Wahrnehmung und komplexer Realität geschuldet ist, sorgen bald insbesondere Übertreibungen, überspitzte Vergleiche und Genrezitate dafür, dass der Film immer auch als Komödie wahrgenommen werden kann.»
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