Iran – Zwischen Aufstand und Ohnmacht: Ballad of a White Cow

Mina verliert den Boden unter den Füssen, als sie erfährt, dass ihr hingerichteter Mann unschuldig war. Von der Justiz wird ihr ein Schadenersatz in Aussicht gestellt, doch sie fordert eine offizielle Entschuldigung. Eines Tages taucht ein Unbekannter bei ihr auf, der Schulden zurückzahlen will. Der aufwühlende Film prangert das unmenschliche iranische Justizsystem an.

Vor einem Jahr ist Babak wegen Mordes hingerichtet worden. Nun erfährt seine Witwe Mina, dass er damals zu Unrecht beschuldigt wurde. Die Behörden stellen ihr eine finanzielle Entschädigung in Aussicht, doch Mina will sich damit nicht abspeisen lassen. Ihrer Selbstachtung und ihrer kleinen, gehörlosen Tochter zuliebe nimmt sie den Kampf gegen ein menschenverachtendes System auf und fordert mehr als nur materielle Wiedergutmachung. Unterstützung erfährt sie dabei von Reza, der eines Tages vor ihrer Tür steht und behauptet, Schulden bei Babak gehabt zu haben, die er jetzt begleichen möchte. Ohne sein Geheimnis zu kennen, lässt Mina ihn in ihr Leben. Eindringlich und in meisterlichen Bildkompositionen erzählt das Ehepaar und Regieduo Maryam Moghadam und Behtash Sanaeeha («My Favourite Cake») von Schuld, Sühne und den Folgen eines fatalen Justizirrtums. Maryam Moghadam schlüpft dabei gleich selbst in die Rolle der Mina und verleiht ihr eine erschütternde Intensität. Karsten Munt schreibt im Filmdienst: «Es liegt eine enorme Kraft in der melancholischen Unruhe, mit der Maryam Moghadam ihre Figur durch diese Zerrissenheit führt. Der Kraftakt hinter der im öffentlichen Leben gewahrten Fassung ist ebenso spürbar wie die Enormität einer Trauer, die nicht mit dem Blutgeld der iranischen Justiz abbezahlt werden kann.»

 

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So 10 05 26 / 20:00
Di 19 05 26 / 20:30
Reservation