Industriegeschichte Ostschweiz: Cilander

Im Februar 2024 war es definitiv: Die Werke des traditionsreichen, in Herisau beheimateten Unternehmens Cilander wurden nach mehr als 200 Jahren geschlossen. 190 Mitarbeitende verloren ihre Stelle. Der St.Galler Regisseur Andreas Baumberger geht nach der Schliessung mit dem ehemaligen CEO und dem ehemaligen Produktionsleiter durch die Räume – ein eindrückliches Dokument über das Ende einer Ära.

Am 22. Februar 2024 entscheiden die Aktionäre der AG Cilander, dass das traditionsreiche Textilunternehmen seine Werke in Herisau und Flawil endgültig schliessen muss. 150 Mitarbeitenden wird gekündigt. Damit endet nach 210 Jahren ein Stück Schweizer Textilgeschichte und ein Kapitel Ostschweizer Industriegeschichte. 1920 war die Cilander mit 1000 Angestellten der grösste Arbeitgeber im Appenzellerland. Im Herbst 2024 erhielt der Ausserrhoder Filmemacher Andreas Baumberger von der Steinegg Stiftung den Auftrag, die Cilander-Produkte für deren Archiv filmisch festzuhalten. Beim Drehen in den halbleeren Räumlichkeiten erkannte Baumberger, dass sich nach der Schliessung noch ein ganz anderer Film anbot – voller eindrucksvoller Bilder. Dafür gehen der ehemalige CEO Burghard Schneider und der ehemalige Produktionsleiter Stefan Walser mit Baumberger nochmals durch den Betrieb. Sie erläutern die verschiedenen Arbeitsprozesse und machen deutlich, welche Reputation die Cilander als Textilveredlerin hatte. Teils emotional erzählen sie, wie trotz aller Bemühungen, Innovationen und Investitionen die Schliessung des Betriebs unvermeidbar war – der Strukturwandel liess sich nicht aufhalten. So ist «Cilander» ein bemerkenswertes Filmdokument über das Ende einer Ära in der Ostschweizer Textilindustrie.

 

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So 15 03 26 / 11:00
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