Im Schatten der Bilder

Die Vorarlberger Malerin Stephanie Hollenstein war Expressionistin, Lesbe – und überzeugte Nationalsozialistin. Birgitta Weizeneggers Dokumentarfilm zeigt die widersprüchlichen Seiten dieser komplexen Persönlichkeit, die sich aus einer armen Vorarlberger Bauernfamilie in die Wiener Kunstszene kämpfte.

Expressionistische Malerin, Lesbe und überzeugte Nationalsozialistin – in ihrem filmischen Essay widmet sich Regisseurin Birgitta Weizenegger der so schillernden wie widersprüchlichen Persönlichkeit der Künstlerin Stephanie Hollenstein (1886–1944). Aufgewachsen in einer armen Bauern- und Stickerfamilie in Lustenau, studierte sie in München Malerei und etablierte sich später in der Wiener Kunstszene, wo sie als Vorsitzende der Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs Sichtbarkeit für die Kunst von Frauen forderte. Sie widersetzte sich Geschlechternormen und lebte offen homosexuell, zu einer Zeit, als dies noch strafbar war. Im Ersten Weltkrieg kämpfte sie, als Mann verkleidet, an der Front. Birgitta Weizenegger wandte für ihr Doku-Drama eine einzigartige Methode an, um eine emotionale Ebene zu erzeugen und die Zuschauer:innen unmittelbar anzusprechen: Sie hat die Darstellerin Irina Wrona direkt mit Aussagen von Zeitgenoss:innen oder Fachleuten, darunter Nina Schedlmayer, Kunsthistorikerin und Autorin der Biografie Hitlers queere Künstlerin, zu ihrer Figur konfrontiert. Birgitta Weizenegger sagt: «Der Film nähert sich der Figur ohne moralische Vereinfachung. Er fragt, wie widerstandsfähig Kunst ist, wenn rechte Ideologien kulturelle Räume besetzen und was diese Geschichte über unsere Gegenwart aussagt.»

 

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So 05 07 26 / 11:00
Mi 15 07 26 / 18:40
Sa 25 07 26 / 14:30
So 02 08 26 / 16:00
Fr 14 08 26 / 17:20
Mi 19 08 26 / 16:30
So 23 08 26 / 13:10
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