Hirschfeld – Unbekannter Bekannter

Von 1933 bis 1964 war Kurt Hirschfeld federführend am Zürcher Schauspielhaus tätig. Er holte Grössen wie Bertolt Brecht und Therese Giehse nach Zürich und baute das Haus zum führenden deutschsprachigen Theater auf. Nach seinem Tod geriet er in Vergessenheit. Stina Werenfels und Samir würdigen eine grosse antifaschistische Künstlerpersönlichkeit.

Der deutsche Dramaturg und Theaterregisseur Kurt Hirschfeld (1902–1964) war als jüdischer Emigrant von 1933 bis zu seinem plötzlichen Tod federführend am Zürcher Schauspielhaus tätig. Heute ist er weitgehend vergessen. Dabei fanden in den 1940er- und 1950er-Jahren unter seiner Regie einige der bedeutendsten (Ur-)Aufführungen von Stücken von Bertolt Brecht, Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt statt. Nach dem Krieg baute er das Schauspielhaus zu einem der führenden Theater im deutschsprachigen Raum auf. 1961 wurde er schliesslich Direktor des Hauses, und im gleichen Jahr ging hier die epochale Weltpremiere von Max Frischs Theaterstück Andorra über die Bühne. Ausschnitte aus Hirschfelds Andorra-Verfilmung mit Gert Westphal sowie die Erinnerungen von Hirschfelds Tochter Ruth stehen im Zentrum dieser spannenden filmischen Spurensicherung, die in Solothurn ihre umjubelte Premiere feierte. Die Tatsache, dass von ihrem Protagonisten nur wenige Fotos und kaum Tonaufzeichnungen existieren, lassen die Regisseur:innen Stina Werenfels und Samir angesichts der dichten und geschickt montierten Abfolge zeitgeschichtlicher Dokumente rasch vergessen. Sie schaffen es spielend, eine grosse antifaschistische Künstlerpersönlichkeit in ihrer ganzen Vielfältigkeit lebendig werden zu lassen.

 

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Di 31 03 26 / 20:00
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