Nachdem er sie zusammengeschlagen vorgefunden hat, erzählt eine Nymphomanin einem schüchternen Gelehrten ihre sexuelle Lebensgeschichte … Lars von Triers provokanter Erotikthriller mit Charlotte Gainsbourg und Stellan Skarsgård beeindruckt mit Bildgewalt, Vieldeutigkeit und herausragenden Darsteller:innen.
Der jüdische Intellektuelle Seligman, ein netter, älterer Herr, findet in einem Hinterhof eine nicht mehr ganz junge Frau, die bewusstlos am Boden liegt und offensichtlich zusammengeschlagen wurde. Begleitet von Rammsteins grell-brutalem Song «Führe mich», nimmt Seligman die Frau mit nach Hause, macht ihr Tee und kümmert sich liebevoll um sie. Die Frau, die sich Joe nennt, sagt von sich, sie sei ein böser Mensch und eine Nymphomanin. In so drastischen wie expliziten Rückblenden, unterteilt in fünf Kapitel, erzählt Joe, wie ihr trotz unzähliger Begegnungen ungestilltes Begehren sie in immer drastischere und demütigendere sexuelle Praktiken verstrickte. Eine grossartige Charlotte Gainsbourg, die zwanzig Jahre jüngere Stacy Martin als ihr junges Alter Ego und ein väterlicher Stellan Skarsgård tragen diesen provokanten dritten Teil der «Trilogie der Depression», die Lars von Trier mit «Melancholia» und «Antichrist» begonnen hatte. Björn Hayer schrieb in der NZZ: «Wer sich in diese triste Seelenschau vorwagt, wird zwar ein krankes Schicksal entdecken, aber durch eine von Genialität, Bildgewalt und Vieldeutigkeit getragene Filmkunst belohnt. Jenseits des ungeschönten Blicks in den Orkus beherrscht es der dänische Grossmeister des Psychokinos wie kaum ein anderer, die Gebirge unserer Sehnsüchte und Hoffnungen aufzuzeigen.»
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