Stanley Kubricks umstrittenster Film hat bis heute nichts von seiner verstörenden Sprengkraft verloren. Die beissende, in eine kühne Bildsprache umgesetzte Satire über Gewalt, Moral und Anpassung führt den Zuschauer:innen das Leben als eine Art groteskes Musical vor Augen. Eine messerscharfe Analyse der Mechanismen und Faszination von Gewalt.
Alex, der Anführer der «Droogs», zieht nachts mit seiner gewalttätigen Gang durch die öden Vororte eines dystopischen London. Sie machen sich einen Spass daraus, Wehrlose zu verprügeln und Frauen zu vergewaltigen. Als Alex einen Mord begeht, wird er von den anderen «Droogs» verraten und verhaftet. Mit der Aussicht auf eine vorzeitige Entlassung unterwirft er sich im Gefängnis einer neuartigen Therapie, die ihm gewalttätige und perverse Impulse austreiben soll. Als geheilt entlassen, wendet sich das Blatt: Alex wird selbst zum Opfer einer gewalttätigen Welt, die sich nun an ihm rächt. Stanley Kubricks «A Clockwork Orange», die Adaption des gleichnamigen Romans von Anthony Burgess, ist eine bitterböse Farce und messerscharfe Analyse der Mechanismen und Faszination von Gewalt. Seit seinem Erscheinen löst der Film wegen der drastischen und zugleich hochästhetisch choreografierten Gewaltszenen heftige Debatten aus. Andreas Furler schrieb für das Filmpodium Zürich: «Dass der Film bis heute nichts von seiner verstörenden Wucht eingebüsst hat, liegt einerseits gerade an seinem sehr viel vertrackteren Diskurs über individuelle und gesellschaftliche Gewalt, anderseits an seiner irrwitzigen Ästhetik, einem wilden Mix aus klassischer Hoch- und futuristischer Popkultur, der sowohl zeitlich-örtliche als auch moralische Einordnungen der Handlung unterläuft.»
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