Was passiert mit Menschen, die an Demenz erkranken? Wie nehmen sie ihre Krankheit wahr? Regisseur Kaspar Kasics wagt ein Experiment, das gängige Annahmen über Demenz auf den Kopf stellt. Er lässt seine Protagonist:innen in frei improvisierten Szenen aus dem Moment heraus spielen und das Geschehen selbst gestalten – mit überraschendem Resultat …
Mit seinem neuen Dokumentarfilm «Das unendliche Jetzt» wagt Kaspar Kasics («Erica Jong – Breaking the Wall») ein Experiment, das gängige Annahmen über Demenz auf den Kopf stellt. Im Zentrum seines Films stehen vier Personen, die von Demenz betroffen sind. Schauplatz ist eine leere Fabrikhalle, die mit Requisiten entsprechend den Vorlieben der Protagonist:innen zur Theaterbühne umfunktioniert wurde. Einzig die Ausgangssituation war vorgegeben, die Spielszenen wurden am Set frei improvisiert – nach einer Methode, die der Spielspezialist Franz Dängeli mit dem von ihm gegründeten Improvisationstheater act-back entwickelt hat. Jedes Wort, jeder Satz, jede Bewegung entsteht unmittelbar im Moment des Drehs. Während der Dreharbeiten zeigen die Protagonist:innen plötzlich Fähigkeiten, die im Alltag verloren schienen oder von ihrem Umfeld nicht wahrgenommen wurden. Unterstützt von zwei Schauspieler:innen erzählen sie unverblümt aus ihrem Alltag – vom «Eingesperrt-Sein» und der «grausamen Leere», die immer mehr von ihnen Besitz ergreift, von ihren Wünschen und Träumen, die sie immer noch haben. Trotz der ernsten Themen wird viel gelacht. «Das unendliche Jetzt» ist eine vielschichtige Reflexion über die menschliche Existenz mit der tröstlichen Erkenntnis, dass durch das Wegfallen alter Rollen neue Freiheiten gewonnen werden können.
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