Walter Sonderegger senior ist 90 Jahre alt, sein Sohn Walter junior 65; beide stehen noch immer fast täglich an der Stickmaschine. Doch nach vier Generationen wird der Familienbetrieb geschlossen – eine jahrzehntelange Textiltradition geht zu Ende. Neben den beiden Protagonisten kommen Historikerin Heidi Eisenhut und Lokalchronistin Hedi Kohler zu Wort.
Vier Generationen lang hat die Familie Sonderegger in ihrem Kleinstbetrieb in Rehetobel gestickt. Doch Walter Sonderegger junior, der den Betrieb vom Vater übernommen hat, will mit 65 Jahren aufhören. Filmemacher Luca Schmid begleitet Vater und Sohn, die ganz unterschiedlich mit dem Ende umgehen, während der letzten Monate mit der Kamera. Sonderegger senior, der einst das Wohnhaus mit Fabrik gebaut hat, ist 90 Jahre alt und arbeitet an den letzten Aufträgen mit. In ihren Erzählungen lassen die beiden die Familien- und Firmengeschichte lebendig werden. Sie erinnern sich an Heim- und Kinderarbeit, an Aufträge für Akris oder Louis Vuitton, die ihre Stickereien für Kreationen verwendet haben, die von Heidi Klum, Kate Moss und Jennifer Lopez getragen wurden, und daran, wie sie mit technologischen Entwicklungen Schritt gehalten haben. Die Lokalhistorikerin Hedi Kohler und die Historikerin Heidi Eisenhut, Leiterin der Kantonsbibliothek Appenzell AR, spannen einen historischen Bogen zur kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Bedeutung der Stickerei in der Ostschweiz und in Rehetobel. «Dass es unseren Betrieb nicht mehr gibt, wird bald vergessen sein», sagt Walter Sonderegger junior. Dieser kleine, feine Dokumentarfilm tritt gegen dieses Vergessen an.
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