Bruno Ganz in Buch und Film: Dans la ville blanche

Der Seemann Paul verlässt in Lissabon sein Schiff, kauft sich eine Kamera und streift durch die Stadt. Er verliebt sich in Rosa, die in einer Bar arbeitet, und denkt an seine alte Liebe Elisa, die in Basel auf ihn wartet. Alain Tanners betörender Lissabon-Film, dem der junge Bruno Ganz seinen Stempel aufdrückt, zeichnet nonchalant das Porträt eines Mannes am Scheideweg.

Nach seinen Kinoerfolgen – von «La Salamandre» bis hin zu «Jonas qui aura 25 ans en l’an 2000» – erhielt der Genfer Alain Tanner 1982 von einem portugiesischen Produzenten den Auftrag, einen Film in Lissabon zu drehen. Er hatte volle künstlerische Freiheit und konnte seiner Kreativität freien Lauf lassen. So entstand «Dans la ville blanche», eine der schönsten Verneigungen vor der Stadt am Tejo und vor dem Schauspieler Bruno Ganz. Dieser spielt einen Matrosen, der an Land geht, aus dem eigenen Lebensrhythmus aussteigt, sich verliebt und in die Stadt eintaucht. Lissabon, spontanes Kino, das aus dem Moment heraus entsteht, ohne Drehbuch, sechs Wochen Drehzeit: Bruno Ganz lässt sich auf das Experiment mit dem von ihm hochgeschätzten Regisseur ein, der seinerseits diesen Film nur mit Bruno Ganz drehen wollte. Was den Schauspieler fasziniert und was er nur von wenigen Rollen her kennt, ist die absolute Offenheit, mit der ein Autor an seine Erzählung herangehen kann. Das Drehen wird dabei Teil des Schreibens und Entwickelns der Handlung sowie der Figuren. – Zum Film, der zu Bruno Ganz’ Lieblingsfilmen gehörte, gibt es eine kurze Einstimmung und anschliessend ein Gespräch mit dem Zürcher Publizisten Walter Ruggle, der mit «Schau Spiel Bruno Ganz» das erste Buch über den herausragenden Schweizer Schauspieler geschrieben hat und es am Abend vorstellt. 

 

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Do 24 09 26 / 20:00
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