Alice Guy-Blaché ist eine zweifache Pionierin: Sie war nicht nur die erste Filmregisseurin der Welt, sondern schuf mit «La Fée aux choux» 1896 auch den ersten Spielfilm der Geschichte. In ihrer Karriere drehte sie Hunderte von Werken. Mit Abenteuerfilmen, Western und Slapstick-Komödien feierte sie grosse Erfolge, wurde danach aber vergessen und starb völlig verarmt.
Alice Guy-Blaché kann gleich mit zwei Rekorden punkten: Sie war nicht nur die erste Regisseurin der Welt, sondern drehte mit «La Fée aux choux» 1896 auch den ersten Spielfilm der Geschichte. Als Drehbuchautorin, Filmemacherin und Produzentin realisierte sie Hunderte von Filmen. Sie startete als Stenotypistin bei Gaumont, einer der ersten Filmfirmen, und machte dank ihrer Kreativität schnell Karriere. Sie brachte es bis zur Produktionsleiterin, schrieb Drehbücher, inszenierte Filme und trieb so die Entwicklung des Spielfilms voran, dabei experimentierte sie bereits mit Ton, Spezialeffekten und Farbe. 1906 wanderte sie mit ihrem Mann, dem Kameramann Herbert Blaché, in die USA aus. Vier Jahre später gründete sie eine eigene Produktionsfirma, mit der sie über 300 Filme realisierte und wirtschaftliche Erfolge feierte. Durch Flops und verlustreiche Börsengeschäfte ihres Mannes geriet die Firma in die Krise, 1922 folgte die Scheidung. Alice Guy-Blaché kehrte mit ihren beiden Kindern nach Frankreich zurück, wo sie sich mit Schreiben mehr schlecht als recht über Wasser hielt. 1968 starb sie völlig verarmt. Viele ihrer Filme wurden fälschlicherweise teils wider besseres Wissen Männern zugeschrieben, obwohl sie sich noch zu Lebzeiten dagegen wehrte – vergeblich. Ein Schicksal, das nicht wenige Künstlerinnen mit ihr teilten. Wir zeigen eine Auswahl ihrer schönsten noch erhaltenen Filme.
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