Best of Frauen hinter der Kamera: Flickorna

Drei Schauspielerinnen finden im Stück Lysistrata von Aristophanes verstörende Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Leben. Mai Zetterlings legendärer feministischer Klassiker von 1968 mit den Bergman-Schauspielerinnen Bibi Andersson, Harriet Andersson und Gunnel Lindblom war in Schweden ein Skandal. Simone de Beauvoir hingegen feierte ihn als Meisterwerk.

Drei Schauspielerinnen ziehen mit dem Stück Lysistrata durch den schwedischen Winter. In Aristophanes’ berühmtem Stück rufen Frauen aus Athen und Sparta einen Sexstreik aus, um ihre Männer zu zwingen, den Krieg zwischen den beiden Staaten zu beenden. Dieses frühe Beispiel weiblicher Revolte inspiriert Liz, Gunilla und Marianne – verkörpert von den Bergman-Schauspielerinnen Bibi Andersson, Harriet Andersson und Gunnel Lindblom –, ihr Privatleben und ihre Rolle in der Öffentlichkeit zu überdenken. «Flickorna» war der vierte Film der gefeierten Schauspielerin Mai Zetterling (1925–1994). Bei seinem Erscheinen löste er in Schweden einen Skandal aus und wurde von der fast ausschliesslich männlichen Filmkritik verrissen. Die Folge war, dass Zetterling 15 Jahre lang keine staatlichen Gelder für weitere Filmprojekte erhielt. Simone de Beauvoir hingegen war begeistert und bezeichnete «Flickorna» als «besten je von einer Frau gemachten Film». In Le Monde schrieb sie: «Ironisch und komisch, bewegt uns dieser Film durch die Schönheit seiner Landschaften, seine Poesie und vor allem seine subtile Zärtlichkeit.» Mai Zetterlings überbordende, überraschende, witzige und lustvolle Reflexion über Machtverhältnisse, Politik und Geschlechterrollen gilt heute als zentrales Werk des feministischen Films. Inhaltlich und ästhetisch war es seiner Zeit weit voraus.

 

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Do 19 03 26 / 18:30
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