Zwei respektlose junge Frauen treiben Schabernack. Věra Chytilovás anarchisches Meisterwerk ist eine Orgie visueller Köstlichkeiten: sinnliche Dekors, hübsche Kleider und wilde Kuchenschlachten. Die feministische Popart-Groteske zählt zu den Meilensteinen des Kinos und zu den Hauptwerken der tschechischen Nouvelle Vague.
Diese verwegene Popart-Groteske ist eine der erfrischendsten cineastischen Explosionen der 1960er-Jahre und einer der zentralen Filme der tschechischen Nouvelle Vague. Marie I und Marie II finden die Welt verdorben, also beschliessen sie, genauso verdorben zu sein. Und so fressen und betrügen sie sich durch amüsante eineinviertel Stunden. Männer sammeln sie wie Ansichtskarten: kurz angeguckt und weggeschickt. Besonders hübsch ist die Schlussszene, in der die anarchistischen Mädels ein Bankett ruinieren. Mit dieser fulminanten Komödie machte die tschechische Regisseurin Věra Chytilová international auf sich aufmerksam. Sie folgt der wilden Experimentierlust ihrer Heldinnen, indem sie die Geschichte durch Slapstick-Einlagen, Farbmontagen und zahlreiche Filmtricks radikal aufbricht. «Die kleinen Margeriten» ist ein wunderbar bösartig-verspieltes Manifest gegen jede Form von Engstirnigkeit und ein beflügelnder Film, der lustvoll den allgegenwärtigen Konsum hinterfragt. «Ein allegorisches Lehrstück im Stil einer grotesk-bizarren Komödie, die in surrealistisch inspirierter, virtuoser Manier mit der Zerstörung als zugleich befreiender und gefährlicher Kraft konfrontiert. Eine ebenso unterhaltsame wie hintergründige Fantasie von zeitloser Faszination», heisst es im Lexikon des Internationalen Films.
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