Alice Guy-Blaché ist eine zweifache Pionierin: Sie war nicht nur die erste Filmregisseurin der Welt, sondern schuf mit «La Fée aux choux» 1896 auch den ersten Spielfilm der Geschichte. In ihrer Karriere drehte sie Hunderte von Werken. Mit Abenteuerfilmen, Western und Slapstick-Komödien feierte sie grosse Erfolge, wurde aber vergessen und starb völlig verarmt.
Prinz Achmed verliebt sich in die schöne Pari Banu. Als diese entführt wird, gelingt es ihm nach vielen Mühen, sie mithilfe seines Zauberpferdes, einer Hexe und Aladins Wunderlampe zurückzugewinnen. Drei Jahre lang, von 1923 bis 1926, hat Lotte Reiniger an ihrem Scherenschnitt-Silhouettenfilm gearbeitet, der als der erste abendfüllende Animationsfilm der Geschichte gilt. Auch ein Jahrhundert später hat das Werk, das zu den hundert wichtigsten deutschen Filmen zählt, nichts von seiner atemraubenden Schönheit verloren. Die beweglichen Figuren und anmutigen Szenerien erinnern an indonesisches Schattentheater und verblüffen noch heute. Für den Stop-Motion-Film wurden insgesamt 250’000 Einzelbilder aufgenommen, 96’000 wurden schliesslich verwendet. Lotte Reiniger wurde von einem kleinen Team unterstützt, dem u.a. auch Regisseur Walter Ruttmann («Berlin – Sinfonie einer Grossstadt») angehörte. Ihre eleganten, von orientalischen Märchen und Mythen inspirierten Werke zeichnen sich durch eine prägnante Gestik und fliessende Bewegungen aus, die ihnen etwas Traumhaftes und Zeitloses verleihen. «Ein Meisterwerk! Lotte Reiniger wurde mit zaubernden Händen geboren», rühmte Regisseur Jean Renoir das Opus magnum seiner Kollegin, deren bahnbrechende Trickfilme teilweise verschollen sind.
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