Während Bubbles zum Varieté-Star aufsteigt, bleibt Judy ihren Idealen treu und will Ballerina werden. Der berühmteste, nach einer Erzählung der Bestsellerautorin Vicki Baum gedrehte Film von Dorothy Arzner, einzige Hollywood-Regisseurin der 1930er- und 1940er-Jahre, endet mit einer feministischen Brandrede, die in der Filmgeschichte ihresgleichen sucht.
Judy und Bubbles, Tänzerinnen einer New Yorker Truppe, schlagen unterschiedliche Wege ein. Während Bubbles als «Tiger Lily» im Varieté Erfolge feiert, hält Judy an ihrer grossen Leidenschaft, dem klassischen Ballett, fest. Doch ihr Versuch, in ein Ensemble aufgenommen zu werden, scheitert. Um sie vor dem Verhungern zu retten, verschafft Bubbles ihr einen Job im Vorprogramm ihrer Burlesque-Show. Doch Judy wird wegen ihrer Darbietung vom Publikum verlacht und verhöhnt … Als einzige Regisseurin war Dorothy Arzner eine Ausnahmefigur im klassischen Hollywoodsystem der 1930er- und 40er-Jahre. Zwischen 1927 und 1943 drehte sie zwanzig Spielfilme, darunter mehrere Kassenschlager. 1930 wurde sie zur Regisseurin des Jahres gewählt. Im Zentrum ihrer Werke, die Geschlechterrollen und Machtverhältnisse hinterfragen, stehen unabhängige, widersprüchliche und ambitionierte Frauenfiguren. «Dance, Girl, Dance», ein so unterhaltsames wie subtil subversives Backstage-Melodrama nach einer Geschichte der Bestsellerautorin Vicki Baum, gehört zu Arzners bekanntesten Werken. Jahre bevor das Thema opportun wurde, erzählt der Film von der Selbstverwirklichung und dem künstlerischen Kampf von Frauen. Berühmt wurde Judys atemberaubende Brandrede, in der sie das Publikum direkt anspricht und Kritik am männlichen Blick äussert.
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