Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt Antonia auf den Hof ihrer Mutter zurück und baut diesen zu einem Hort für Aussenseiter:innen aus. Marleen Gorris’ märchenhaft-ermächtigender Film verpackt Kernaussagen der Emanzipationsbewegung in eine freche und humorvolle Geschichte und formuliert eine bewegende utopische Fantasie.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt Antonia mit ihrer Tochter Danielle in ihr Heimatdorf zurück, entschlossen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Von der Dorfbevölkerung zunächst misstrauisch beobachtet, entwickelt sich ihr Hof zu einer Anlaufstelle für Aussenseiter:innen. Als Danielle sich ein Kind ohne Mann wünscht, machen sich die beiden auf die Suche nach einem geeigneten Erzeuger. Marleen Gorris inszeniert mit Witz eine von Frauen geprägte Familienchronik und formuliert eine feministische Gegenutopie, in der Solidarität, Toleranz, Selbstbestimmung und Gemeinschaft wichtiger sind als gesellschaftliche Normen. Getragen wird der Film von der grossartigen Willeke van Ammelrooy, die ihre Figur über einen Zeitraum von fünfzig Jahren verkörpert. Die beglückende Familiensaga traf in den frauenbewegten 1990er-Jahren den Nerv der Zeit und wurde 1996 mit einem Oscar ausgezeichnet. Ein wichtiger Film des feministischen Kinos. Kino-Zeit schreibt: «Regisseurin Marleen Gorris gelang mit ‹Antonia’s Line› einer der erfolgreichsten Filme der holländischen Geschichte. Voller Humor verpackt sie Kernaussagen der Emanzipationsbewegung in eine freche und immer wieder witzige Geschichte. Versetzt mit märchenhaften und mythischen Sequenzen, erscheint ‹Antonia’s Line› wie die Vision einer besseren und erreichbaren Gesellschaft. Ein starker Film über starke Frauen.»
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