Seit 2017 dürfen sich Frauen in Saudi-Arabien eine eigene Wohnung mieten, seit 2018 dürfen sie Auto fahren. Azza hält sich als eine der ersten Fahrlehrerinnen über Wasser. Die neuen Gesetze hat sie genutzt, um sich aus ihrer gewalttätigen Ehe zu befreien. Der eindrückliche Dokumentarfilm zeigt, was es heisst, in Saudi-Arabien als Frau selbstbestimmt leben zu wollen.
Seit 2017 ist es Frauen in Saudi-Arabien erlaubt, in eigenem Namen eine Wohnung zu mieten, seit 2018 dürfen sie Auto fahren. Die Enddreissigerin Azza Al Shareef gehört zur wachsenden Zahl saudischer Frauen, die von diesen Lockerungen profitieren – und sie ist eine der ersten Fahrlehrerinnen im Land. Über einen Zeitraum von drei Jahren hat die deutsche Regisseurin Stefanie Brockhaus ihre Protagonistin bei der Arbeit und in ihrer Freizeit begleitet. Sie zeigt, wie mühevoll Azzas emanzipatorischer Weg war – und nach wie vor ist. Mit 16 Jahren von ihrem Vater zwangsverheiratet, bekam sie vier Kinder und war in einer von Gewalt geprägten Ehe gefangen. Erst mit 35 schaffte sie es, sich daraus zu befreien. Heute ist sie mit einem selbst gewählten Ehemann glücklich verheiratet, leidet aber darunter, dass sie ihre vier Kinder aus erster Ehe nur selten sehen und sie kaum auf ihrem Lebensweg begleiten kann. Markus Solty schreibt auf Film-Rezensionen: «Azza ist eine beeindruckende Protagonistin. Mit scharfem Humor, grosser Schlagfertigkeit und einer bemerkenswerten Energie navigiert sie nicht nur durch den chaotischen Verkehr, sondern auch durch die Widersprüche ihres Lebens. Dabei lebt der Film weniger von spektakulären Enthüllungen als von kleinen Momenten, in denen sichtbar wird, wie hart erkämpft selbst scheinbar alltägliche Freiheiten sein können.»
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