Godards längst zum Klassiker gewordenes Debüt ist eine wunderbare Huldigung an Humphrey Bogart und die B-Filme Hollywoods. Er erzählt vom dem kleinen Ganoven Michel, der auf der Flucht vor der Polizei bei der amerikanischen Studentin Patricia in Paris untertaucht. Atemlos, jazzig, frech.
Der Kleingangster Michel ist mit einem gestohlenen Auto von Marseille nach Paris unterwegs. Als er bei einer Kontrolle angehalten wird, erschiesst er den Polizisten und setzt seine Flucht fort. In Paris trifft er sich mit der amerikanischen Studentin Patricia, die er in Südfrankreich kennengelernt hat. Er findet bei ihr Unterschlupf und bittet sie, mit ihm nach Rom zu fliehen. Doch Patricia weiss nicht, was sie davon halten soll, und hält ihn erst einmal hin. Nach einem Drehbuch von François Truffaut, der sich von einem Polizistenmord inspirieren liess, drehte Jean-Luc Godard mit seinem Erstling eine Hommage an billige US-amerikanische Gangsterfilme. Mit Jean-Paul Belmondo, dem aufsteigenden Stern des französischen Unterhaltungskinos, und der ätherischen Jean Seberg, dank Otto Premingers «Bonjour Tristesse» bereits ein Star der beginnenden Nouvelle Vague, waren die Hauptrollen so prominent wie gegensätzlich besetzt. «Die Kamera schlendert in ihrer überbordenden Liebe zu Paris genüsslich die Champs-Élysées entlang, streift Cafés, Häuserreihen und die Silhouetten der Dächer – in der Nachtluft wird Mozart dabei mit Cool-Jazz-Riffs vermischt. Dies ist der ultimative nächtliche Film Noir», schreibt Chris Auty im Time Out Film Guide. Wir zeigen den Film zu Richard Linklaters «Nouvelle Vague», der die Dreharbeiten zu Godards Debüt schildert.
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