16 Tage gegen Gewalt an Frauen: Was an Empfindsamkeit bleibt

Vor 14 Jahren überlebte die Regisseurin Daniela Magnani Hüller einen Femizidversuch durch einen Mitschüler, der bereits zuvor übergriffig geworden war. Nun spricht sie mit einer damaligen Lehrerin, einer Schulfreundin, einer Kriminalbeamtin und dem zuständigen Staatsanwalt und stellt Fragen nach ihrem jeweiligen Handeln oder Unterlassen und dessen Konsequenzen.

Vor vierzehn Jahren überlebte Daniela Magnani Hüller einen Femizidversuch, verübt von einem Mitschüler, der schon zuvor übergriffig geworden war. In ihrem autobiografischen Dokumentarfilmdebüt kehrt sie zu den Ereignissen zurück und sucht das Gespräch mit Menschen aus ihrem damaligen Umfeld: einer Lehrerin, einer Mitschülerin, einer Kriminalbeamtin, einem Staatsanwalt. Was haben sie wahrgenommen? Was hätten sie erkennen können? Und wer trägt Verantwortung, wenn Warnzeichen übersehen und Grenzen nicht geschützt werden? Sachlich, konsequent und beeindruckend gefasst rekonstruiert Magnani Hüller die Vorgänge und das Versagen. Ihre Fragen richten sich nicht allein an Einzelne, sondern auch an gesellschaftliche Strukturen, die Gewalt gegen Frauen ermöglichen oder dulden. Mit grosser Klarheit und einer poetischen Bildsprache nähert sie sich dem Erlebten. Dabei verweigert sie sich der Reduktion auf die Rolle des Opfers: Sie macht ihre eigene Stimme hörbar und erobert sich eine selbstbestimmte Perspektive auf Vergangenheit und Zukunft. «Was an Empfindsamkeit bleibt» erzählt von Verletzlichkeit und Widerstand, von der Macht des Hinsehens und den Folgen des Schweigens. Und von der Möglichkeit, weiterzuleben, ohne die Wut über das Geschehene zu verlieren – oder die Empfindsamkeit.

 

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Sa 28 11 26 / 16:30
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