Lions, Tigers and Women
Tanzstück von Cathy Marston & Andrea Miller | Steps, Tanzfestival Migros-Kulturprozent

Tanzstück von Cathy Marston & Andrea Miller | Steps, Tanzfestival Migros-Kulturprozent

Ein Programm, zwei Choreografinnen: Die Berner Ballettchefin Cathy Marston und der amerikanische Shootingstar Andrea Miller zeigen auf, wie unterschiedlich das Ergebnis ausfallen kann, wenn Frauen sich auf eine tänzerische Forschungsreise begeben. Beide Stücke werden im Rahmen des Steps-Festivals uraufgeführt. Noch stehen genaue Details sowie die Titel der beiden neuen Stücke nicht fest. Doch sicher ist, dass uns angesichts des sehr unterschiedlichen Backgrounds der zwei Choreografinnen ein kontrastreiches Programm erwartet.
Cathy Marston ist seit 2007 Leiterin des Bern:Balletts und inzwischen in der Bundeshauptstadt ganz «angekommen»; sie profitiert von der sie umgebenden, inspirierenden Kulturszene. Thematisch fing sie diesmal Feuer, als sie von dem spannenden Leben der Bernerin Vivienne von Wattenwyl erfuhr, über die Lukas Hartmann seinen Roman «Die Tochter des Jägers» schrieb. Eine ungewöhnliche Frau, die sich aufmacht in die Welt und die die Begegnung mit wilden Tieren – im direkten und im übertragenen Sinne – nicht scheut. Mit ihren sensiblen Bewegungsbildern bleibt Marston nie auf der reinen Handlungsebene, sondern dringt in das innere Gefühlsleben ihrer Protagonisten vor. Eine spannende Reibung werden der Choreografie Schweizer Musiker verleihen, die live alle Vorstellungen begleiten.
Eine ganz andere Herangehensweise bestimmt Andrea Millers choreografisches Arbeiten. Die junge New Yorkerin ist stilistisch vor allem durch ihre Arbeit mit Ohad Naharin und der Batsheva Dance Company geprägt. Gesellschaftspolitisch interessiert, kreiert sie in ihren Stücken einen Kosmos aus Bildern voller Witz und, Drastik; mit teilweise schockierenden Brüchen setzt sie ihr Publikum einem atemberaubenden Wechselbad der Gefühle aus.
«Millers Choreografie ist so zwingend und bewegend, dass sie nach Erholung verlangt. Aber sie verlockt auch zu mehrfacher Betrachtung.» Dance Europe, London
«Raffiniert und verletzlich sind die Bewegungsbilder, die Cathy Marston für das Unaussprechliche in den Beziehungen findet. Am stärksten ist sie da, wo sie ein Paar aus nächster Nähe fokussiert. Dann scheinen die kontrastreich temperierten Emotionen aus den Seelen hervorzubrechen.» Der Bund, Bern
Im Rahmen von Steps, Tanzfestival Migros-Kulturprozent
Acht Künstlerinnen aus der Sammlung Ursula Hauser
25.2.-12.8.2012

Menschenzellen oder menschliche Behältnisse – die Begriffe bezeichnen den eigenen Körper genauso wie den umgebenden Raum, die Intimität des privaten Zimmers, einer Wohnung oder eines Hauses. Gerade das Gefangensein im eigenen Körper wie in der Welt offenbart sich als existentielle Dimension im Schaffen zahlreicher Künstlerinnen der jüngeren Vergangenheit. War der Blick auf den weiblichen Körper in der Kunst seit jeher ein männlicher, war ihr eigener Lebensraum fremdbestimmt, so haben sich Künstlerinnen seit Mitte des 20. Jahrhunderts und verstärkt noch seit den 1970er Jahren von ihren männlichen Kollegen emanzipiert und dezidiert eigene Bildvorstellungen entworfen.
Um diesen Schlüsselmoment der Verselbständigung kreist die Ausstellung mit Werken von herausragenden Künstlerinnen aus der umfangreichen Kollektion der Ostschweizer Sammlerin Ursula Hauser. Im Zentrum stehen erstrangige Werkgruppen von Louise Bourgeois und Maria Lassnig, um die herum sich erlesene Werke von sechs weiteren Künstlerinnen aus der bedeutenden Sammlung gruppieren: Phyllida Barlow, Berlinde De Bruyckere, Rachel Khedoori, Carol Rama, Loredana Sperini und Alina Szapocznikow. Human Capsules vereint acht signifikante Positionen, die wie Carol Rama oder Alina Szapocznikow zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind oder wie Loredana Sperini noch zu entdecken sind. Gleichzeitig spiegelt die Präsentation in der Konzentration auf das Schaffen von Künstlerinnen eines von Ursula Hausers zentralen Sammlungsinteressen.
I/CH/F 2011, 100 min, I/d-f
Regie: Alice Rohrwacher

Die 13-jährige Maria ist nach zehn Jahren in der Schweiz zusammen mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester nach Reggio Calabria zurückgekehrt, wo sie geboren wurde. Mit kindlichem Staunen erkundet sie eine Welt, die ihr oft unverständlich ist. Denn hier, in einer der archaischsten Regionen Italiens, spielen die Rituale des ihr weitgehend fremden Katholizismus immer noch eine wichtige Rolle. Und wenn Maria in der Gesellschaft akzeptiert werden will, muss sie die Vorbereitungen auf die baldige Firmung sehr ernst nehmen. Die 1982 geborene Regisseurin und Drehbuchautorin Alice Rohrwacher zeigt in ihrem Erstling das Sich-Herantasten einer introvertierten Heranwachsenden an ein seltsames Universum. «Ein Juwel von einem Autorenfilm. (…) ‹Corpo celeste›, zu dem Rohrwacher auch das Drehbuch schrieb, ist ein super inszenierter Spielfilmerstling. Er überzeugt nicht nur als authentisches Entwicklungsdrama, sondern auch als Milieustudie eines Kalabriens, in dem fern der Traumstrände ein bald miefiger, bald anrührend naiv praktizierter Katholizismus überlebt.» Christian Jungen, NZZ am Sonntag
CDN 2011, 94 min, O/d-f
Regie: Philippe Falardeau

Der algerische Immigrant Bachir Lazhar liest in der Zeitung vom tragischen Tod einer Primarlehrerin und bewirbt sich daraufhin bei der betreffenden Schule in Montréal. Er wird eingestellt und schafft es nach einigen Anfangsschwierigkeiten, dass in der durch den Tod der Lehrerin aufgewühlten Klasse langsam wieder Ruhe einkehrt. Allerdings weiss niemand etwas von Monsieur Lazhars traumatischer Vergangenheit und prekärer Gegenwart. Der Mann lebt ohne legalen Aufenthaltsstatus in Kanada. Er ist aus seinem Heimatland vor dem Terror der Islamisten geflüchtet und gar nicht Lehrer von Beruf, sondern einfach ein grosser Bewunderer der französischen Literatur. Mohamed Fellag verkörpert diesen sympathischen Hochstapler, der seinen Schülern seine Begeisterung für die Fabeln von La Fontaine und die Romane Balzacs zu vermitteln versucht, mit viel komödiantischem Feuer. Das Piazza-Publikum am letztjährigen Filmfestival Locarno war von diesem herzerwärmenden Film so begeistert, dass es ihn mit dem Publikumspreis auszeichnete. Wenig später wurde «Monsieur Lazhar» am Festival von Toronto als bester kanadischer Film ausgezeichnet.
USA 1943, 70 min, E/f
Regie: Jacques Tourneur

Die junge Krankenschwester Betsy kommt auf eine Karibikinsel, um die Frau eines Plantagenbesitzers zu pflegen. Als Betsy an einem unheilbaren Tropenfieber erkrankt, sucht sie Heilung bei einem Voodoo-Priester. Dieser ist jedoch niemand anders als die Schwiegermutter der Kranken … Mit den Zombie-Filmen, die in den 1970er Jahren aufkamen, hat dieser subtile Horrorfilm des in Hollywood lebenden Franzosen Jacques Tourneur nur den Begriff Zombie, der lebende Tote bezeichnet, gemeinsam – ansonsten geht es hier um ein «Kino der Angst», das ganz auf brachialen Schock und laute Töne verzichtet. «Ein zeitloser Klassiker. Jacques Tourneur zeigte sich hier als grosser Könner, was den Einsatz von Licht und Schatten angeht. Wenn man überhaupt einen Horrorfilm als ‹schön› bezeichnen kann, dann ‹I Walked with a Zombie› mit seinen wunderbaren geisterhaften Bildmotiven und seiner atmosphärischen Genauigkeit.» prisma TV Guide
mittags
Geniessen Sie mittags unsere unkomplizierte Gastfreundschaft.
Täglich wechselndes à la Carte Angebot. Wöchentlich wechselndes Expressbuffet.
Kaffee & Kuchen
Unkompliziert mit Kaffeespezialitäten, Kuchen und hausgemachter Glace
ausgewogen
Suppentopf, Salatschüssel & Kasserole. Entdecken Sie unsere Abendkarte.