Menschenzellen
Human Capsules
Acht Künstlerinnen aus der Sammlung Ursula Hauser
25.2.-12.8.2012

Acht Künstlerinnen aus der Sammlung Ursula Hauser
25.2.-12.8.2012

Menschenzellen oder menschliche Behältnisse – die Begriffe bezeichnen den eigenen Körper genauso wie den umgebenden Raum, die Intimität des privaten Zimmers, einer Wohnung oder eines Hauses. Gerade das Gefangensein im eigenen Körper wie in der Welt offenbart sich als existentielle Dimension im Schaffen zahlreicher Künstlerinnen der jüngeren Vergangenheit. War der Blick auf den weiblichen Körper in der Kunst seit jeher ein männlicher, war ihr eigener Lebensraum fremdbestimmt, so haben sich Künstlerinnen seit Mitte des 20. Jahrhunderts und verstärkt noch seit den 1970er Jahren von ihren männlichen Kollegen emanzipiert und dezidiert eigene Bildvorstellungen entworfen.
Um diesen Schlüsselmoment der Verselbständigung kreist die Ausstellung mit Werken von herausragenden Künstlerinnen aus der umfangreichen Kollektion der Ostschweizer Sammlerin Ursula Hauser. Im Zentrum stehen erstrangige Werkgruppen von Louise Bourgeois und Maria Lassnig, um die herum sich erlesene Werke von sechs weiteren Künstlerinnen aus der bedeutenden Sammlung gruppieren: Phyllida Barlow, Berlinde De Bruyckere, Rachel Khedoori, Carol Rama, Loredana Sperini und Alina Szapocznikow. Human Capsules vereint acht signifikante Positionen, die wie Carol Rama oder Alina Szapocznikow zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind oder wie Loredana Sperini noch zu entdecken sind. Gleichzeitig spiegelt die Präsentation in der Konzentration auf das Schaffen von Künstlerinnen eines von Ursula Hausers zentralen Sammlungsinteressen.
CH 2012, 90 min, Dialekt
Regie: Bernard Weber, Martin Schilt

Die beiden Dokumentarfilmer Bernhard Weber und Martin Schilt haben während mehr als zwei Jahren den «Jodelclub Wiesenberg» aus Nidwalden und ihre kleine Welt am Stanserhorn begleitet. Sie hatten das Glück, dass die zwanzig jodelnden Männer und ihre Dirigentin Silvia Windlin in dieser Zeit beim Schweizer Fernsehen den Preis für die «Grössten Schweizer Hits» gewannen und kurz darauf vom EDA eingeladen wurden, die Schweiz 2010 an der Weltausstellung in Shanghai zu repräsentieren. Die Diskussionen um Sinn und Unsinn einer Teilnahme an diesem Megaevent sind denn auch eines von mehreren Highlights in diesem Heimatfilm der besonderen Art. «Filme über das Leben der Bergler in den Bergen gibt es mittlerweile in allen Varianten, verklärend, ethnologisch, ethnografisch, distanziert und kritisch. Aber die Wechselwirkung zwischen der zunehmenden Popularität dieser ‹Swissness› in In- und Ausland hat noch keiner dieser Filme so schön ins Bild gerückt wie ‹Die Wiesenberger›.» Sennhausers Filmblog
IND 2010, 100 min, O/d-f
Regie: Kiran Rao
Mit Aamir Khan

Die Bankerin Shai ist aus New York nach Bombay zurückgekehrt. Sie will hier ihre Wurzeln erkunden und versucht sich als Fotografin. An einer Vernissage lernt sie den Maler Arun kennen und verbringt eine Nacht mit ihm. Während Arun bald in eine andere Wohnung umzieht und dort das Videotagebuch seiner Vormieterin Yasmin findet, freundet sich Shai mit Zohaib, dem Wäscher, an. Der junge Mann träumt von einer Schauspielkarriere und erhofft sich durch die Freundschaft mit der Fotografin Kontakte in Bollywood, die ihn seinem Traum näherbringen. Shai hingegen ist froh, durch Zohaib Zugang zu sozialen Realitäten zu erhalten, die ihr fremd sind. Der erstaunliche Erstlingsfilm stammt von Kiran Rao, der Ehefrau von Bollywood-Megastar Aamir Khan, der hier die Rolle von Arun spielt. «Wer bei Indien an Bollywood denkt, sollte sich dieses Drama, das soziale Themen auf unaufdringliche und nicht kitschige Weise anspricht, auf jeden Fall ansehen. Eine gelungene Momentaufnahme, die keine aufgedrehten Songs und Tanzeinlagen braucht, um eine Geschichte zu erzählen.» outnow.ch
Letzte Vorstellung
D 1932, 107 min, D
Regie: Kurt Gerron
Mit Hans Albers, Peter Lorre

Heini Gildemeister kehrt nach langjährigem Südamerika-Aufenthalt nach Hamburg zurück. Als er zu Hause seine Schwester, die Schauspielerin Gerda, wiedersieht, ist er entsetzt. Sie ist schwach und krank und soll am nächsten Tag eine Gastspieltournee nach Paris antreten. Weder sie noch ihre Freundin Dora wollen Heini erklären, was los ist – doch dieser bemerkt, dass Gerda immer wieder mit zwielichtigen Gestalten zusammensteckt, ihrem Impresario und einem Buckligen. Als Heini von Gerdas Arzt erfährt, dass sie morphiumsüchtig ist, ist es schon zu spät: Gerda, mit ihrer Schauspieltruppe nach Paris aufgebrochen, wird von der Bande entführt und in einem Versteck gefangen gehalten. «Der weisse Dämon», ein Abenteuerfilm mit dem damaligen Superstar Hans Albers und Peter Lorre als seinem Gegenspieler war einer der erfolgreichsten Filme Kurt Gerrons. Für die Veröffentlichung in Deutschland musste der Titel, der ursprünglich «Rauschgift» heissen sollte, geändert und die Anti-Drogen-Botschaft verstärkt werden.
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