Samstag, 14. April 2012


 

Keine Vorstellung


 

13:00 - 20:00
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Menschenzellen
Human Capsules

Acht Künstlerinnen aus der Sammlung Ursula Hauser
25.2.-12.8.2012

Menschenzellen oder menschliche Behältnisse – die Begriffe bezeichnen den eigenen Körper genauso wie den umgebenden Raum, die Intimität des privaten Zimmers, einer Wohnung oder eines Hauses. Gerade das Gefangensein im eigenen Körper wie in der Welt offenbart sich als existentielle Dimension im Schaffen zahlreicher Künstlerinnen der jüngeren Vergangenheit. War der Blick auf den weiblichen Körper in der Kunst seit jeher ein männlicher, war ihr eigener Lebensraum fremdbestimmt, so haben sich Künstlerinnen seit Mitte des 20. Jahrhunderts und verstärkt noch seit den 1970er Jahren von ihren männlichen Kollegen emanzipiert und dezidiert eigene Bildvorstellungen entworfen.


Um diesen Schlüsselmoment der Verselbständigung kreist die Ausstellung mit Werken von herausragenden Künstlerinnen aus der umfangreichen Kollektion der Ostschweizer Sammlerin Ursula Hauser. Im Zentrum stehen erstrangige Werkgruppen von Louise Bourgeois und Maria Lassnig, um die herum sich erlesene Werke von sechs weiteren Künstlerinnen aus der bedeutenden Sammlung gruppieren: Phyllida Barlow, Berlinde De Bruyckere, Rachel Khedoori, Carol Rama, Loredana Sperini und Alina Szapocznikow. Human Capsules vereint acht signifikante Positionen, die wie Carol Rama oder Alina Szapocznikow zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind oder wie Loredana Sperini noch zu entdecken sind. Gleichzeitig spiegelt die Präsentation in der Konzentration auf das Schaffen von Künstlerinnen eines von Ursula Hausers zentralen Sammlungsinteressen.



 

16:45
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La source des femmes

F 2011, 125min, O/d-f
Regie: Radu Mihaileanu

Ein ländliches Gebiet in einem arabischen Land. Die Moderne hat lediglich in Form von wenigen Handys Einzug gehalten – die meist ebenso wenig Empfang haben wie die Fernseher. So behelfen sich die Frauen des Dorfes mit aufgezeichneten lateinamerikanischen Telenovelas und erfahren, dass anderswo aus Liebe geheiratet wird und sexuelle Erfüllung nicht nur den Männern zusteht. Davon sind diese Frauen weit entfernt; im Dorf gibt es nicht einmal eine Wasserleitung, und für die Herren der Schöpfung ist Wasserholen Frauensache. Als es wegen dieser harten Arbeit erneut zu einer Totgeburt kommt, platzt einer der Frauen der Kragen: Mit einem Sex-Streik will sie die Männer zwingen, eine Wasserleitung zu bauen. Das 2500 Jahre alte Theaterstück «Lysistrata» hat der rumänische Regisseur Radu Mihaileanu vergnügt in die im Aufbruch begriffene arabische Welt verpflanzt. «Ein Plädoyer für den Widerstand jenseits persönlicher und religiöser Unterschiede. Eine orientalische Traumbesetzung, der Film erinnert an die goldenen Zeiten des arabischen Musicals!» L’Express

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19:30
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Terence Davies:
The Deep Blue Sea

USA/GB 2011, 98 min, E/d-f
Regie: Terence Davies
Mit Rachel Weisz

Im London der frühen 1950er Jahre führt Hester, die junge Gattin des wesentlich älteren Richters William Collyer, ein Leben in materiellem Reichtum, das sie zutiefst langweilt. Als sie eines Tages auf dem Golfplatz Freddie, einen ehemaligen Bomberpiloten, kennenlernt, beginnt sie eine Affäre mit dem attraktiven, aber mittellosen und durch die Kriegserfahrungen völlig entwurzelten jungen Mann. Daraus entwickelt sich schnell eine verzehrende und leidenschaftliche Liebe. Hester weiht erst ihren verständnisvoll reagierenden Gatten ein, verlässt ihn schliesslich und gibt ihr ganzes bisheriges Leben auf  – und verliert alles. Terence Davies hat das gleichnamige Theaterstück von Terence Rattigan, einem der grössten britischen Dramatiker des 20. Jahrhunderts, mit einer grandiosen Rachel Weisz als Hester und einem stupenden Tom Hiddleston als Freddie äusserst filmisch und mit einem traumwandlerischen Sinn für subtilste Schattierungen, Töne und Stille für die Leinwand adaptiert. «Schlicht grosses Kino.» Geri Krebs, NZZ

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21:30
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Avé

BLG 2011, 86 min, O/d-f
Regie: Konstantin Bojanov

Am Rand der bulgarischen Hauptstadt Sofia macht der junge Kamen Autostopp. Er will nach Ruse, einer Kleinstadt im Norden des Landes. Noch bevor das erste Auto anhält, trifft Kamen auf die 17-jährige Avé, die sich seltsam benimmt und sich ihm förmlich aufdrängt. Während er an die Beerdigung eines Freundes will, erzählt Avé, sie wolle ihre Grossmutter besuchen. Es ist nur eine von zahlreichen Lügen, die die geheimnisvolle junge Frau Kamen und den häufig wechselnden Mitfahrgelegenheiten auftischt. Avé scheint sich einen Spass daraus zu machen, sich ständig neu zu erfinden und fortlaufend neue Identitäten anzunehmen. Doch im Laufe der Reise, die quer durch ein in Ungewissheit lebendes Land führt, kommen die beiden jungen Menschen der Wahrheit näher und scheinen langsam Gefallen aneinander zu finden. Der Erstlingsfilm des jungen bulgarischen Regisseurs Konstantin Bojanov wurde nach Cannes eingeladen; als federleicht schwebendes Road Movie ist es seit Jahren der erste Film aus dem weitgehend unbekannten europäischen Land.

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