Liberement. Ungeniert. Raus aus allem. Raus in die Freiheit. Vor allem musikalisch.

Das neue Projekt der beiden Rheintaler Brüder Enrico und Peter Lenzin mit der Appenzeller Jazzsängerin Karin Streule lässt keine Schranken zu und taucht ungeniert und hemmungslos in die verschiedensten Welten ein, die die Musik zu bieten hat.
Die Spannung und Energie zwischen der bodenständigen Wurzel der Heimat und den luftigen Erfahrungen aus all den Reisen in fremde Länder erlauben und versprechen ein abwechslungsreiches, witziges, kreatives Konzert.
Eintritt (nur Abendkasse):
normal: 25 CHF
ermässigt: 20 CHF
Premiere
Three Time Train | Counter Voice on the Wall
19. Januar - 5. Februar 2012

Zeit und Raum sind wiederkehrende Themen des berühmten japanischen Künstlers Tatsuo Miyajima. In unterschiedlichen Tempi zählen farbig leuchtenden LED-Anzeigen unablässig von 1 bis 9, um stets wieder von vorne zu beginnen. Die Technik hat der 1957 in Tokyo geborene und heute in Ibaraki lebende Tatsuo Miyajima seinem künstlerischen Oeuvre zugrunde legt. Die elektronische Erscheinung der LED-Ziffern ist Sinnbild für fortdauerndes Leben – und damit existentielle Chiffre. Die Null wird ausgelassen, ist sie dem Künstler doch gleichbedeutend mit Stillstand und Tod.
Three Time Train ist der Titel der raumgreifenden Installation mit monumentaler Modelleisenbahn. Miyajima hat eine dreispurige Modellbahnanlage (LGB Schmalspur) mit drei Zügen und elf Wagons konzipiert. Auf jedem einzelnen Wagon ist eine einzelne LED-Leuchte angebracht, die während der Fahrt die Zahlen von 1 bis 9 zyklisch durchnummeriert, um gleichsam das permanente Vergehen der Zeit zu visualisieren, während die Züge ihre Kreise ziehen.
Gleichzeitig wird der Raum mit einer subtilen Soundinstallation beschallt. Für Counter Voice on the Wall bezog der Künstler die St.Galler Bevölkerung in einem Workshop mit ein, indem er sie die Zahlen von 9 bis 1 durchnummerieren lässt und die unterschiedlichen Stimmen anschliessend in der Ausstellung abspielt. Damit wird Three Time Train durch eine auditive Ebene erweitert, der ewige Zeitverlauf umfassend erfahrbar gemacht.
Ausgehend von Three Time Train entwickelt die Tanzkompagnie des Theaters St.Gallen unter Leitung von Marco Santi das Tanzstück Codex, das sich dem Thema «Zahl» widmet und in Miyajimas Installation sowie an anderen Orten der Lokremise zur Aufführung gelangt. Premiere ist der 19. Januar 2012. Weitere Aufführungsdaten entnehmen Sie bitte der Rubrik "Theater".
CH 2011, 75 min, D
Regie: Christoph Kühn
Dokumentarfilm

Er war einer der Grössten der Schweizer Literatur des 20. Jahrhunderts, und er war sicher der grösste Querkopf unter den Schweizer Literaten seiner Zeit: Friedrich Glauser, seines Zeichens missratener Sohn eines pedantischen Schulleiters, Anstaltszögling, Morphinist, Fremdenlegionär und – vor allem – ein Genie. Seine fünf Kriminalromane mit dem knorrigen Wachtmeister Studer im Zentrum haben Ewigkeitswert. Dank der Popularität dieser Ikone wurde posthum auch Glausers übriges literarisches Schaffen gewürdigt. Christoph Kühn in «Glauser» eine Lebensgeschichte von der Geburt (1896 in Wien) bis zum Tod (1938 in Nervi bei Genua) zu erzählen. Für dieses ambitionierte Projekt fand er nicht nur sensationelle InterviewpartnerInnen wie etwa Glausers Lebensgefährtin Berthe Bendel, sondern er ist durch die Zusammenarbeit mit dem bekannten Zeichner Hannes Binder auch einen unkonventionellen Weg der Annäherung an ein Genie gegangen – den Geist und das Universum Glausers kongenial reflektierend.
Letzte Vorstellung
USA 1980, 89 min, E/d-f
Regie: Woody Allen
mit Woody Allen, Charlotte Rampling u.a.

«Nie ist Charlotte Rampling, deren spröder Charme sich auch zu gläserner Härte steigern konnte, zarter, verletzlicher und rührender gezeigt worden als in den ‹Stardust Memories›, mit denen Woody Allen die Beziehungskrisen eines Regisseurs zur Lebenskrise eines Künstlers steigerte. Er kommt nicht mehr zur Ruhe; immer und überall will jemand etwas von Sandy Bates (Woody Allen); immer und überall sollen Autogramme und Interviews gewährt werden, drängen sich die Frauen nach ihm, alte Geliebte, abgelegte Geliebte, neue Geliebte. Nicht nur mit diesem abstrus-komischen Frauensalat sind die ‹Stardust Memories› eine Hommage an Fellinis ‹8½›; auch in der Konfrontation mit den wuchernden Kritiken seines Werkes, das dem Regisseur selbst immer fremder wird, wird das berühmte Vorbild zitiert. Anders als Fellinis Film, der zu dessen Hauptwerken gezählt werden muss, schwergewichtig bei aller Ironie, ist Allens autobiografische Skizze jedoch nur zart hingetuscht, impressionistisch und verspielt. Es ist eine Verbeugung vor dem verehrten Italiener, (…) aber klugerweise ohne den Ehrgeiz einer Überbietung. Allens Werk ist zerbrechlich, zart und traurig wie Charlotte Rampling, die auch das innere Gesicht des Films verkörpert.» Zeit.de
Letzte Vorstellung
D/FIN 2011, 96 min, D
Regie: Hendrik Handloegten
mit Nina Hoss, Lars Eidinger, Fritzi Haberlandt u.a.

Mitten im Sommer: Juliane befindet sich mit ihrer neuen Liebe August auf dem Weg von Berlin in ihre alte Heimat Finnland. Am Abend schläft sie an der Schulter ihres Geliebten ein – morgens wacht sie jedoch im winterlichen Berlin auf. Verwirrt bemerkt Juliane, dass sie ein halbes Jahr in der Zeit zurückgereist ist – in eine Phase, in der sie noch mit ihrem Ex-Freund Philipp zusammen ist. August hat sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht getroffen, er weiss nicht einmal um ihre Existenz, und auch ihre im Mai tödlich verunglückte Freundin Emily lebt noch. Um August erneut zu treffen, will Juliane alles genauso machen wie zuvor – und gleichzeitig den Unfalltod von Emily verhindern … Ohne viel Erklärung zur Zeitverschiebung begleitet der raffiniert konstruierte, elegante Film Juliane bei dem Versuch, in ihr neues Leben zurückzufinden. Das winterliche Berlin erscheint als Reflexion des inneren Zustands der Hauptfigur, die sechs Monate neben sich stehend auf das Treffen mit August wartet, während das sommerliche Finnland zum Ort ihrer Sehnsucht aufsteigt. Mit grosser Präsenz spielt Nina Hoss die Juliane, die wie die Hauptfigur in Christians Petzolds «Yella» aus der Welt fällt.
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