Three Time Train | Counter Voice on the Wall
19. Januar - 5. Februar 2012

Zeit und Raum sind wiederkehrende Themen des berühmten japanischen Künstlers Tatsuo Miyajima. In unterschiedlichen Tempi zählen farbig leuchtenden LED-Anzeigen unablässig von 1 bis 9, um stets wieder von vorne zu beginnen. Die Technik hat der 1957 in Tokyo geborene und heute in Ibaraki lebende Tatsuo Miyajima seinem künstlerischen Oeuvre zugrunde legt. Die elektronische Erscheinung der LED-Ziffern ist Sinnbild für fortdauerndes Leben – und damit existentielle Chiffre. Die Null wird ausgelassen, ist sie dem Künstler doch gleichbedeutend mit Stillstand und Tod.
Three Time Train ist der Titel der raumgreifenden Installation mit monumentaler Modelleisenbahn. Miyajima hat eine dreispurige Modellbahnanlage (LGB Schmalspur) mit drei Zügen und elf Wagons konzipiert. Auf jedem einzelnen Wagon ist eine einzelne LED-Leuchte angebracht, die während der Fahrt die Zahlen von 1 bis 9 zyklisch durchnummeriert, um gleichsam das permanente Vergehen der Zeit zu visualisieren, während die Züge ihre Kreise ziehen.
Gleichzeitig wird der Raum mit einer subtilen Soundinstallation beschallt. Für Counter Voice on the Wall bezog der Künstler die St.Galler Bevölkerung in einem Workshop mit ein, indem er sie die Zahlen von 9 bis 1 durchnummerieren lässt und die unterschiedlichen Stimmen anschliessend in der Ausstellung abspielt. Damit wird Three Time Train durch eine auditive Ebene erweitert, der ewige Zeitverlauf umfassend erfahrbar gemacht.
Ausgehend von Three Time Train entwickelt die Tanzkompagnie des Theaters St.Gallen unter Leitung von Marco Santi das Tanzstück Codex, das sich dem Thema «Zahl» widmet und in Miyajimas Installation sowie an anderen Orten der Lokremise zur Aufführung gelangt. Premiere ist der 19. Januar 2012. Weitere Aufführungsdaten entnehmen Sie bitte der Rubrik "Theater".
Interaktive Filmvorführung
CH 2010, ca. 75 min
Anlässlich der Ausstellung «Die andere Seite der Welt – Geschichten der humanitären Schweiz» im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen, die noch bis 12. Februar zu sehen ist, veranstaltet das Kinok einen interaktiven Filmabend. Der Film «Die andere Seite der Welt» erzählt die Geschichte der humanitären Schweiz aus einer menschlichen Perspektive. Schweizerinnen und Schweizer berichten über ihre Erfahrungen, Entdeckungen und Grenzerlebnisse in der humanitären Hilfe, der Entwicklungszusammenarbeit und beim Einsatz für die Menschenrechte. Der Film ist interaktiv und offen in seinem Verlauf. Nach jeder Filmsequenz bestimmt das Publikum mittels eines digitalen Abstimmungsverfahrens, wie es weitergeht. Produziert wurde er vom unabhängigen Verein humem (humanitarian memory), der mit «Archimob», dem Oral-History-Projekt zur Schweiz im Zweiten Weltkrieg, bekannt wurde. «Die andere Seite der Welt» basiert auf Gesprächen mit 80 Zeitzeugen; Al Imfeld, Walter Fust, Toni Frisch, Arthur Bill und viele andere kommen zu Wort. Unterstützt wird das Filmprojekt von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA.
In Anwesenheit von Dr. Dominik Schnetzer, Leiter Verein humem, und Thomas Jenatsch, Leiter Kommunikation DEZA für die Entwicklungsaspekte, die im Anschluss Fragen des Publikums beantworten.
In Anwesenheit von Dr. Dominik Schnetzer, Leiter Verein humem, und Thomas Jenatsch, Leiter Kommunikation DEZA für die Entwicklungsaspekte.
CLE/USA 2010, 99 min, Sp/d-f
Regie: Pedro Peirano und Sebastián Silva

Isadora und Enrique sind um die 80 und leben mit ihren beiden Katzen in einer eleganten Wohnung in Santiago de Chile. Als der Aufzug eine Panne hat und Isidora wegen ihrer Hüftprobleme das eigene Haus nicht mehr verlassen kann, erhält sie Besuch von ihrer Tochter. Das kann nichts Gutes bedeuten: Denn üblicherweise sind es immer die leidigen Finanzen, die Rosario in das Haus ihrer Mutter führen. So auch dieses Mal. Die leicht demente Frau soll ihr Heim verkaufen, damit die Tochter zusammen mit ihrer Partnerin peruanische Heilseifen verkaufen kann. Doch bald geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Liebe, Vergänglichkeit und gegenseitige Anerkennung. Die Regisseure legen mit «Gatos viejos» ein virtuos inszeniertes und tiefgründiges Familiendrama vor. Die anrührende Komödie über das Älterwerden wurde von den französischen Studiokinos 2011 in Cannes zum besten Film ihres Programms gekürt. «Ein wahrhaftes Schmuckstück, das mit schonungslosen Dialogen, schwarzem Humor und brillanten Schauspielern beeindruckt.» Wiklog.com
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