Freitag, 18. Mai 2012

Konzert & Theater


 

20:00

Grete

Gastspiel

Derzeit ist die Schauspielerin Claudia Wiedemer als Kathryn in Alan Ayckbourns Komödie „Alle lieben George“ zu sehen. Nun gastiert sie mir Ihrem Goethe-Solo-Abend in der Lokremise.

Scheitern und zu Grunde gehen – diese Unbedingtheit im Handeln, nicht nur alle Schranken der bürgerlichen Existenz, sondern alle Bedingungen des Lebens selbst hinter sich zu lassen, formuliert Faust. Gretchen handelt danach.Gretchen bricht aus den gesellschaftlichen Normen aus und durchlebt die große Tragödie der Verstoßenen. Sie zieht ihre Familie ins Unglück, wird zur Mörderin am eigenen Kinde und befreit sich, indem sie nicht, wie Faust ihr anträgt, flieht, sondern sich ihren Taten stellt. In Faust II wird sie, die durch die Bedingungslosigkeit Erlöste, zur Erlöserin des verblendet gescheiterten Faust.GRETE untersucht, welche Möglichkeiten der heutigen Aneignung diese Frauenfigur zwischen Hingabe und Auflehnung, jenseits des Klischees vom blondzopfigen Mädchen, bietet.Gretchen im klassischen Outfit mit Dirndl und blondem Zopf, voll Anmut und kindlichem Liebreiz, vielleicht ein bisschen schlicht, dafür aber noch in der Rolle des Opfers gradlinig und fromm - so oder so ähnlich lautet das Klischee der bekanntesten Jungfer deutscher Theaterseligkeit. Die Regisseurin Anja Gronau und die Schauspielerin Claudia Wiedemer geben dem Gretchen einen Abend ohne Rücksicht auf Faust und zeichnen Goethes berühmte Frauenfigur jenseits der gängigen Bilder als einen heutigen Menschen im Wechselspiel zwischen Hingabe und Auflehnung. „Es wird mir so, ich weiß nicht wie.“ Gretes Welt verändert sich von Grund auf, sei es wegen der Liebe oder der Freiheit, auch um den Preis des radikalen Scheiterns. Fausts Credo, im Handeln nicht nur aus den Grenzen der bürgerlichen Existenz auszubrechen, sondern alle Schranken des Lebens selbst hinter sich zu lassen, findet in Grete seine wahre Entsprechung: Sie steht mit voller Überzeugung, trotz der realen Umstände, für ihre Ideale ein.Die Inszenierung GRETE ist neben JOHANNA und KÄTHE Teil einer "Trilogie der klassischen Mädchen", die Anja Gronau und Claudia Wiedemer im Berliner "Theater unterm Dach" in Folge gemeinsam erarbeitet haben. Als "beste Berliner Aufführung" erhielt sie den Friedrich-Luft-Preis; die Jury bezeichnete die freie, aber erkennbar auf Goethes „Faust“ basierende Arbeit als „Suche nach dem unzerstörbaren Kern menschlicher Existenz und Ermunterung zu seiner Verteidigung“. Mit beeindruckender Phantasie haben Regisseurin Anja Gronau und die Grete-Darstellerin Claudia Wiedemer durch Rückgriffe auf die Grundelemente des Theaterspiels einen Abend komponiert, der die Figur der Grete originell, konsequent und gegenwärtig in den Mittelpunkt rückt. 

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Kunst


 

13:00 - 20:00

MENSCHENZELLEN
HUMAN CAPSULES

Acht Künstlerinnen aus der Sammlung Ursula Hauser
25.2.-12.8.2012

Menschenzellen oder menschliche Behältnisse – die Begriffe bezeichnen den eigenen Körper genauso wie den umgebenden Raum, die Intimität des privaten Zimmers, einer Wohnung oder eines Hauses. Gerade das Gefangensein im eigenen Körper wie in der Welt offenbart sich als existentielle Dimension im Schaffen zahlreicher Künstlerinnen der jüngeren Vergangenheit. War der Blick auf den weiblichen Körper in der Kunst seit jeher ein männlicher, war ihr eigener Lebensraum fremdbestimmt, so haben sich Künstlerinnen seit Mitte des 20. Jahrhunderts und verstärkt noch seit den 1970er Jahren von ihren männlichen Kollegen emanzipiert und dezidiert eigene Bildvorstellungen entworfen.


Um diesen Schlüsselmoment der Verselbständigung kreist die Ausstellung mit Werken von herausragenden Künstlerinnen aus der umfangreichen Kollektion der Ostschweizer Sammlerin Ursula Hauser. Im Zentrum stehen erstrangige Werkgruppen von Louise Bourgeois und Maria Lassnig, um die herum sich erlesene Werke von sechs weiteren Künstlerinnen aus der bedeutenden Sammlung gruppieren: Phyllida Barlow, Berlinde De Bruyckere, Rachel Khedoori, Carol Rama, Loredana Sperini und Alina Szapocznikow. Human Capsules vereint acht signifikante Positionen, die wie Carol Rama oder Alina Szapocznikow zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind oder wie Loredana Sperini noch zu entdecken sind. Gleichzeitig spiegelt die Präsentation in der Konzentration auf das Schaffen von Künstlerinnen eines von Ursula Hausers zentralen Sammlungsinteressen.


Kino


 

17:30

Abrir puertas y ventanas

ARG/CH/NL 2011, 99 min, Sp/d-f
Regie: Milagros Mumenthaler

Buenos Aires am Ende eines Sommers. Die drei Schwestern Marina, Sofia und Violeta leben zusammen im Haus ihrer Eltern, die Opfer der Militärdiktatur wurden. Zuvor hatten die Mädchen bei der Grossmutter gewohnt, doch diese ist kürzlich gestorben. Jede der jungen Frauen versucht auf ihre eigene Art, den Tod der geliebten Grossmutter zu verarbeiten: Während Marina, die Älteste, sich ihrem Studium widmet und gleichzeitig eine gewisse Häuslichkeit zu schaffen versucht, konzentriert sich Sofia, die Jüngste, hauptsächlich auf ihr Aussehen, derweil Violeta, die Mittlere, sich unentwegt zwischen ihrem Zimmer und der Wohnstube bewegt und ab und zu einen älteren Mann empfängt. Das Verhältnis der  drei Schwestern ist von Spielen, Eifersüchteleien und einem Zustand der Unsicherheit geprägt – doch dann verschwindet Violeta eines Tages plötzlich. Die in Genf aufgewachsene, 1977 in Buenos Aires geborene Milagros Mumenthaler hat für ihr fein schwebendes, atmosphärisches Werk im letzten August am Filmfestival Locarno den Goldenen Leoparden erhalten.

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19:30

Sturzwunder, Dämonen und Trugbilder: Vampyr

D 1932, 83 min, D
Regie: Carl Theodor Dreyer

An einem späten Abend kommt der junge Wandersmann Allan Gray zu einem Gasthaus im nordfranzösischen Coutempierre, wo er sich für die Nacht einquartiert. In der Nacht passieren seltsame Dinge: Gray wird von einem alten Mann geweckt, der ihm ein Paket mit der Aufschrift «Erst bei meinem Tod zu öffnen» übergibt. Dieser stirbt kurz darauf durch einen mysteriösen Gewehrschuss. Gray entdeckt, dass das Paket ein Buch über Vampire enthält und eine Tochter des Landgutbesitzers sich in der Gewalt dieser fürchterlichen Dämonen befindet. Sofort setzt er alles daran, die junge Frau zu befreien. «Vampyr», ein Klassiker des Horrorgenres, war der erste Tonfilm des grossen dänischen Regisseurs Carl Theodor Dreyer. «Ein Meisterwerk des europäischen Vorkriegsfilms. Durch subtile Lichtregie und kaum merkliche atmosphärische Akzentverschiebungen schaffen Dreyer und sein Kameramann Rudolph Maté ein Klima unfassbarer Bedrohung, in dem sich Traum und Realität in ständigem Wechsel durchdringen.» Lexikon des internationalen Films

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Letzte Vorstellung

21:30

Opération Casablanca

CH/CDN/F 2010, 100 min, F/d
Regie: Laurent Nègre

Der marokkanische Küchenbursche Saadi arbeitet schwarz in einem Genfer Restaurant. Er gibt sich als Latino aus, da er um die Vorurteile gegenüber Arabern weiss. Doch das nützt ihm nichts, als er gefeuert wird, sich über die grüne Grenze nach Frankreich abzusetzen versucht und mitten im Wald Zeuge einer Entführung wird. Ehe er sich versieht, steht er einem Grossaufgebot der Polizei gegenüber, wird für ein Mitglied des Entführungskommandos gehalten, verhaftet und in eine Gefängniszelle geworfen. Als sich Saadi plötzlich in der Gesellschaft von zwei Top-Terroristen befindet, wird sein Leben richtig ungemütlich. In einer atemlosen Abfolge von Gags und politisch nicht immer korrekter Situationskomik bewegt sich dieser ungewöhnliche Schweizer Film des Genfers Laurent Nègre gekonnt irgendwo zwischen «Four Lions» und «Ernstfall in Havanna» und vermag dabei die Lachmuskeln gehörig zu strapazieren. «Das Land der Uhrmacher hat noch selten so wie hier diesen Rhythmus gehabt, der grosse Komödien kennzeichnet.» Le temps

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Restaurant


 

10:00 - 00:00

offen

 
11:30 - 14:00

Mittags-
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mittags

Geniessen Sie mittags unsere unkomplizierte Gastfreundschaft.

Täglich wechselndes à la Carte Angebot. Wöchentlich wechselndes Expressbuffet.

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14:00 - 17:00

nachmittags

Kaffee & Kuchen

Unkompliziert mit Kaffeespezialitäten, Kuchen und hausgemachter Glace

17:30

Abend

ausgewogen

Suppentopf, Salatschüssel & Kasserole. Entdecken Sie unsere Abendkarte..

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